Energiewende kein leeres Wort

Landrat Thomas Ebeling, Dr. Markus Brautsch, Bürgermeister Thomas Falter und Staatssekretär Albert Füracker (von links) prüften das Hackgut, mit dem das neue Biomasseheizkraftwerk am Wasserturm gespeist wird. Bild: rid
Lokales
Wackersdorf
10.11.2014
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Das Material kommt von den Waldbauern aus der Region, beheizt werden öffentliche Einrichtungen. Die Kommune Wackersdorf beschreitet einen neuen Weg in der Energieversorgung.

Das Biomasseheizkraftwerk am Wasserturm ist das erste Projekt im neuen Energieentwicklungskonzept der Gemeinde. Es versorgt das Freibad, den Kindergarten, eine Hausmeisterwohnung und die Kegelbahn mit Heizenergie. Am Freitag wurde das 815 000 Euro teure Kraftwerk "eingeweiht".

895 Kubikmeter

Das Institut für Energietechnik an der Technischen Hochschule Amberg-Weiden hat das Konzept entwickelt. "Es ist ein Zeichen für die gute Zusammenarbeit von Hochschule und Gemeinde und ein Leitfaden für die Kommune", betonte Professor Dr. Markus Brautsch.

Gefördert wurde das Projekt mit 38 000 Euro von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und mit 20 000 Euro vom Freistaat Bayern. Der Hackgut-Bunker hat ein Volumen von 895 Kubikmeter. Die Hackschnitzel liefern Landwirte aus der Region. Das Kraftwerk beheizt über ein 350 Meter langes Leitungsnetz kommunale Einrichtungen rund um den Wasserturm. "Für Wind- und Wasserenergie gibt es in Wackersdorf kaum Möglichkeiten , für Solarstrom und Biomasse dagegen schon", sagte Bürgermeister Thomas Falter bei der "Einweihung".

Das Institut für Energietechnik rechnete für den Gemeinderat verschiedene Varianten durch und empfahl ihm ein Biomasseheizkraftwerk, obwohl dies von den Anschaffungskosten her das teuerste war. Der Gemeinderat ließ sich aber von der Nachhaltigkeit der Hackschnitzel-Lösung überzeugen. Die Prognose für die Preisentwicklung von Holz habe schließlich den Ausschlag gegeben, so Dr. Brautsch. Sehr zur Freude der Waldbauern, die den Hackgut-Bunker nun befüllen dürfen. Bürgermeister Thomas Falter wies auf die Umweltfreundlichkeit der Anlage hin.

Mehrwert bleibt

Dem ersten Projekt des Energiekonzepts sollen bald weitere folgen, kündigte der Bürgermeister an. Auf diese Weise nehme Wackersdorf eine Vorreiterrolle ein. Das bestätigte auch Landrat Thomas Ebeling, der darauf hinwies, "dass die Energiewende im ganzen Landkreis auf dem Vormarsch ist". "In Berlin und München kann man die Energiewende planen", sagte Finanz-Staatssekretär Albert Füracker. Aber umgesetzt werden müsse das Ganze vor Ort. Der CSU-Politiker würdigte Wackersdorf als Vorreiter bei der dezentralen Energieversorgung.

Dass der Mehrwert in der Region verbleibe, sei besonders erfreulich. Und Holz sei im Vergleich zu fossilen Energieträgern "im höchsten Maße nachhaltig".

Der katholische Pfarrer Christoph Melzl und sein evangelischer Kollege Arne Langbein erteilten dem Neubau den kirchlichen Segen.
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