Forstwirtschaftsplan für den 250 Hektar großen Gemeindewald - Im Aufbau
Gute Ernte winkt in 20 Jahren

Forstdirektor Alwin Kleber (Mitte) erläuterte Bürgermeister Thomas Falter (rechts) und Bauhofleiter Hans Spandl (links) den neuen Forstwirtschaftsplan für die nächsten 20 Jahre. Bild: rid
Lokales
Wackersdorf
05.05.2015
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Die Gemeinde erntet derzeit nicht einmal die Hälfte des Holzes, das im 250 Hektar großen Kommunalwald nachwächst. Forstdirektor Alwin Kleber hat dafür eine einfache Erklärung: "Der Großteil des Waldes befindet sich noch im Aufbau". In 20 Jahren sehe die Sache anders aus, versicherte der Vertreter des Forstamtes bei der Übergabe des neuen Bewirtschaftungsplans am Montag im Rathaus.

Der Forstwirtschaftsplan gilt bis 2035. Er schreibt nicht nur Maßnahmen zur wirtschaftlichen Nutzung fest, sondern dient auch dem Erhalt der "Wohlfahrtsfunktionen". Vor allem aber geht es um einen nachhaltigen Umbau. Der Gemeindewald bestehe derzeit aus 80 Prozent Nadel- und 20 Prozent Laubbäumen, so Forstdirektor Alwin Kleber. Ziel für die nächsten 20 Jahre sei ein Verhältnis von 70 zu 30. Die Kiefer werde zwar weiter dominieren, "aber nicht mehr in diesem Umfang".

Doppelte Fläche

Mit der Übernahme der ehemaligen Eon-Flächen hat sich der Gemeindewald Wackersdorf in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt. Weil es aber für diesen Zuwachs keinen Bewirtschaftungsplan gab, hat das Forstamt 2010 einen solchen erstellt und ihn in das aktuelle Gutachten einfließen lassen. Mit einer Fläche von 250 Hektar besitze die Gemeinde nun "einen der größten Kommunalwälder im Landkreis", versicherte der Behördenvertreter. Das Forstamt werde in Absprache mit der Gemeinde den Weg zur Entwicklung eines ertragreichen Mischwaldes fortsetzen, sagte Kleber zu.

Die jährliche Nutzung lag bisher bei 660 Erntefestmetern und soll nun auf 690 gesteigert werden. Tatsächlich aber wachsen 1500 Festmeter nach. "Sie wird die Gemeinde aber erst in 20 Jahren ernten können", vermutet der Forstdirektor. Aber nur dann, "wenn sich der Wald weiter so gut entwickelt und keine unvorhersehbaren Ereignisse eintreten". Der Kosten-Nutzen-Effekt halte sich derzeit die Waage, so Bürgermeister Thomas Falter. Was die Gemeinde momentan in den Bestand investiere, komme durch den Holzverkauf wieder herein. Gewinne werde man vermutlich erst in ferner Zukunft machen.

Kosten geteilt

Die Kosten zur Erstellung des Forstwirtschaftsplans in Höhe von 6500 Euro teilen sich die Gemeinde und der Freistaat Bayern. Das Gutachten gliedert sich in einen Kartenteil, eine waldbauliche Beschreibung, ein Revierbuch zur Erstellung eines Maßnahmen- und Kostenplans sowie Empfehlungen zur nachhaltigen Nutzung des Waldbestandes.
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