Gemeindesäckel prall gefüllt

1,3 Millionen Euro will die Gemeinde in diesem Jahr in den Ausbau der Verbindungsstraße zum Innovationspark investieren. Bild: rid
Lokales
Wackersdorf
19.03.2015
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Unter "den Top drei" in der Oberpfalz stuft Bürgermeister Thomas Falter seine Gemeinde beim Blick auf den Rekordhaushalt 2015 ein. Bei Steuerkraft, Investitionstätigkeit und Rücklagen sieht er seine Kommune am Limit.

Bei der Gemeinderatssitzung am Mittwoch mahnte Thomas Falter dennoch zur Sparsamkeit. Wer weiß, wie lange die Steuereinnahmen so weiter sprudeln. 34,9 Millionen Haushaltsvolumen für eine Gemeinde mit 5122 Einwohnern: Für Kämmerer Daniel Fendl ist das "eine beeindruckende Größe". Die Gemeinde werde 1,6 Millionen Euro in den Vermögenshaushalt überführen und erneut auf eine Erhöhung der Hebesätze verzichten. Die Rücklagen stiegen um 300 000 Euro auf eine Rekordsumme von 21,6 Millionen Euro.

Defensiver Ansatz

Der Bürgermeister rechnet in diesem Jahr mit 11 Millionen Gewerbesteuereinnahmen und mit 2,8 Millionen Euro Zuwächsen aus der Einkommenssteuer. "Ein defensiver Ansatz", wie Thoma Falter zugibt. 2013 erhielt die Gemeinde 16 Millionen, im vergangenen Jahr 14 Millionen Euro an Gewerbesteuereinnahmen. Diese üppigen Einnahmen erklären auch die hohe Kreisumlage von 6,7 Millionen Euro. Der volle Säckel erlaubt der Gemeinde auch heuer großzügige Investitionen. 475 000 Euro für die Kindergartenerweiterung, fast 3 Millionen für Straßensanierungen, 1,9 Millionen für das Mehrgenerationenhaus, 1,1 Millionen für den Tiefbau, 1,5 Millionen für den Grunderwerb und 400 000 Euro für eine Veranstaltungshalle.

Die Kindergärten und Krippen fördert die Kommune mit 550 000 Euro, das Freibad mit 299 000 Euro. Die Personalkosten betragen 2,5 Millionen Euro. Die Fraktionssprecher zeigten sich beeindruckt vom Zahlenwerk und signalisierten ihre Zustimmung. Das Gremium verabschiedete die Haushaltssatzung 2015 einstimmig.

Die Junge Union möchte die technischen Voraussetzungen für eine Übertragung der Gemeinderatssitzungen im Internet schaffen. "Die Zeit ist reif dafür", begründete JU-Kreisvorsitzende und Gemeinderätin Bettina Lohbauer den Antrag. Älteren Bürgern und Berufstätigen könne damit die Teilnahme erleichtert werden. Bettina Lohbauer ist überzeugt: "Das Interesse in der Bevölkerung an der Arbeit des Gemeinderates würde steigen".

Doch ihre Argumente prallten bei den Gemeinderatskollegen ab. Zu teuer, zu kompliziert und zu aufwendig, war die einhellige Meinung der Fraktionssprecher. Die Zeit sei eben noch nicht reif für eine Live-Übertragung. So blieb Bettina Lohbauer mit ihrer Ja-Stimme allein.

Gegen WAA-Pfad

Bürgermeister Thomas Falter und seine beiden Stellvertreter Thomas Neidl und Günther Pronath lehnten in einer gemeinsamen Erklärung den Antrag auf Errichtung eines "WAA-Gedächtnispfades" ab. Die Gemeinde stehe zu ihrer Vergangenheit und thematisiere sie in Ausstellungen, im Dokumentarfilm "Erben des Tertiär", in Schautafeln und Imagebroschüren und der Wackersdorfer Chronik. Die Gemeinde habe Verständnis für die Unternehmen, die aus Sicherheitsgründen einen "WAA-Gedächtnispfad" ablehnten.
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