Im BMW-Innovationspark entstehen Komponenten aus ultraleichter Kohlefaser
Revolution in Serie

Lokales
Wackersdorf
19.12.2014
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Von der Braunkohle zur Carbonfertigung: Der BMW-Innovationspark ist ein Musterbeispiel für gelungenen Strukturwandel. Die einst geplante Wiederaufarbeitungsanlage ist Geschichte. Bis auf einen gewaltigen Kühlschrank.

Rund 250 Millionen Euro steckte die BMW-Group in den vergangenen 25 Jahren nach eigenen Angaben in den Standort. Nach der BMW-Zusage im Jahr 1989 dauerte es eine Weile, bis das vielbeschworene "Wunder von Wackersdorf" tatsächlich wahr wurde. Der große Aufschwung ist eng mit dem Namen Udo Geflitter verbunden.

Als BMW-Projektmanager wurde er beauftragt, einen Zulieferer-Standort unter der Federführung von BMW in Wackersdorf entstehen zu lassen - das Fundament für den Innovationspark war gelegt. Die Gemeinde dankte es Udo Geflitter mit der Ehrenbürgerwürde.

Komponenten für den Innenausbau wurden von bis zu zehn Unternehmen gefertigt - Tür an Tür und just in time. Vom Jahrtausendwechsel bis etwa 2009 blieb diese Ausrichtung. Die Zahl der 1600 versprochenen Arbeitsplätze war da schon lange übertroffen. Seit 2009 wird der I-Park zum offenen Industrie-, Gewerbe- und Logistikstandort weiterentwickelt. Cockpitfertigung und BMW-Versorgungszentrum für Auslandsfertigung blieben. Ein drittes Standbein kam mit dem Einstieg des Konzerns in die BMW-i-Reihe dazu: die Carbonfaser-Verarbeitung. Hier kommt nun auch der große Kühlschrank ins Spiel.

Also solcher dient nämlich das als Eingangslager für Castor-Behälter konzipierte, markante Gebäude mit dem grün schimmernden Dach. Die meterdicken Mauern sorgen hier für gleichbleibende Temperaturen - ein ideales Umfeld für die Lagerung von wärmeempfindlichem Kohlefaser-Material. Aus den Carbon-Gelegen entstehen Fahrgastzellen und weitere Teile für die BMW-i-Reihe. Die Serienfertigung ist, so heißt es bei BMW und beim Joint-Venture SGL ACF, eine Revolution im Automobilbau. Made in Wackersdorf, der ehemaligen Bergbaugemeinde.
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