Knappen pochen auf Tradition

Lokales
Wackersdorf
22.05.2015
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Die Mitglieder des Knappenvereins waren zahlreich in Tracht erschienen, um ihrer Forderung nach einer Sanierung des ehemaligen BBI-Gemeinschaftshauses Nachdruck zu verleihen. Die Gemeinderäte ließen sich am Mittwoch von der starken Präsenz aber nicht beeindrucken.

Das Gremium will in Ruhe überlegen und in seiner nächsten Sitzung am 17. Juni eine Entscheidung treffen, ob das Gebäude durch einen Neubau ersetzt oder saniert wird. Enstehen soll so oder so eine Veranstaltungshalle. Bis dahin wollen die Fraktionen beraten und bewerten, was ihnen die beiden Sachverständigen Marc Feil (Firma ecoplan) und Dr. Norbert Burger (Bauer Beratende Ingenieure) an Informationen lieferten. Eine Generalsanierung des 60 Jahre alten Gemeinschaftshauses vom Dach bis zu den Böden und vom Brand- bis zum Wärmeschutz würde 1,28 Millionen Euro kosten. Ein vergleichbarer Neubau mit ebenfalls 500 Sitzplätzen käme auf 1,376 Millionen Euro. Und die dritte Variante, ein Neubau mit 600 Sitzplätzen, ist mit 1,49 Millionen Euro veranschlagt.

Der Knappenverein hatte sich im Vorfeld schriftlich an die Gemeinderäte gewandt und darin betont: "Die Sanierung des Gemeinschaftshauses ist ein Bekenntnis zu den Wurzeln von Wackersdorf". Das renovierte Gebäude wäre für die Gemeinde ein Alleinstellungsmerkmal und zentraler Ausgangspunkt für Rundgänge und Exkursionen. Schließlich verfüge der bestehende Saal über eine hervorragende Akustik, die in einem Neubau so nicht zu erreichen sei.

Halle notwendig

Dass Wackersdorf ein Veranstaltungshaus dieser Größenordnung brauche, darin waren sich die Gemeinderäte einig. "Veranstaltungen in der Sporthalle sind in Zukunft nicht mehr gewährleistet", machte Bürgermeister Thomas Falter mit Hinweis auf die Auflagen zum Emissions- und Brandschutz deutlich. Eine eigene Veranstaltungshalle würde ferner den Sportbetrieb entlasten. Der Bürgermeister beobachtet ein "wachsendes Interesse" der ansässigen Firmen und Betriebe" an einem größeren Saal. Thomas Falter ist auch überzeugt, "dass ein eigenes Veranstaltungsgebäude das gesellschaftliche und kulturelle Leben in der Gemeinde verstärken wird". Zudem seien auswärtige Veranstalter ständig auf der Suche nach Räumlichkeiten für Events aller Art. Unabhängig von der Entscheidung "Sanierung oder Neubau" ist für den Bürgermeister die Wirtschaftlichkeit des Projekts von entscheidender Bedeutung.

Richtige Entscheidung

Der Bürgermeister hält den Erwerb des ehemaligen BBI-Gebäudes durch die Gemeinde für die richtige Entscheidung. Es sei nicht auszudenken, so Falter, wenn dieses geschichtsträchtige Haus in falsche Hände geraten wäre. "Dann hätten wir in Wackersdorf ganz andere Probleme", ist sich der Bürgermeister sicher. Denn als das Gebäude zum Verkauf stand, waren auch rechtsradikale Kreise interessiert.
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