Letzte Puzzleteile sind da

Sanitärcontainer sind derzeit Mangelware. Das Landratsamt hat für die Notunterkunft in Wackersdorf aber welche aufgetrieben. Bild: rid
Lokales
Wackersdorf
27.08.2015
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Sanitärcontainer sind Mangelware. Am Donnerstag sind sie angekommen, als letzte große Puzzleteile für die Flüchtlings-Notunterkunft, die kommende Woche in Wackersdorf den Betrieb aufnehmen wird.

"Wenn man sich vorstellt, dass alle fast alle Landkreise in Bayern und darüber hinaus welche bestellen...". Landratsamts-Pressesprecher Hans Prechtl braucht den Satz nicht zu Ende zu führen. Sanitärcontainer mit Duschen oder Toiletten sind auf dem Markt praktisch vergriffen. Nicht nur, weil immer mehr für Flüchtlingsunterkünfte gebraucht werden. In München steht auch bald das größte Volksfest der Welt an.

Stichtag 1. September

Aber: Die grauen Kisten sind jetzt da, sie müssen noch angeschlossen werden. Auch sonst sind es eher noch Restarbeiten, die in der ehemaligen Halle der Firma "Gutre" erledigt werden. "Wir sind zuversichtlich, dass wir das in den verbleibenden vier Werktagen schaffen," sagt Prechtl. Am 1. September, so das Ziel, sollen die etwa 170 Flüchtlinge, die derzeit in der Notunterkunft in der Turnhalle des Gymnasiums Burglengenfeld untergebracht sind, nach Wackersdorf umziehen.Dann kann die Burglengenfelder Halle wieder für den Schul- und Breitensport zurückgebaut werden. "Aber ein Tag hin oder her ist nicht entscheidend", sagt Prechtl. Gesichert muss sein, dass die Gymnasiums-Halle zum Schulbeginn wieder nutzbar ist. Die anfänglichen Bedenken von Bürgermeister Thomas Falter, dass das Gebäude an der Knappenstraße nicht geeignet sein könnte, seien ausgeräumt, so Prechtl.

"Gut aufgestellt"

Die Betreuung in Wackersdorf werden ebenfalls Johanniter und BRK übernehmen, auch ein Sicherheitsdienst wird an der Knappenstraße vor Ort sein. Das THW wird beim Umzug und weiteren Arbeiten helfen. Auch wenn die Wackersdorfer Halle etwas kleiner ist, es werden wieder 200 Plätze zur Verfügung gestellt. So viele fordert der "Notfallplan" von jedem Landkreis. Seit dem Oberpfälzer Asyl-Gipfel in der vergangenen Woche ist auch klar, dass diese Notunterkünfte, die "Außenstellen" der Erstaufnahmeeinrichtungen sind, auch über den Winter hinaus Bestand haben werden. Zuständig dafür ist der Freistaat, der den Landkreisen und kreisfreien Städten die Kosten der Unterbringung erstattet. Darum mussten die Kommunen die Staatsregierung aber erst mit einigem Nachdruck bitten. "Wir sind gut aufgestellt", sagt Prechtl, das Landratsamt werde in seiner Zuständigkeit - das ist die dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen - auch weiterhin Wohnungen suchen und auch anmieten.

"Einfach reden"

Die Nachbarschaftshilfe Wackersdorf kümmert sich derzeit um rund 50 Syrer, die in mehreren Häusern in der Gemeinde untergebracht sind. Wenn ihn Anfragen erreichen, werde der Verein auch den Flüchtlingen in der Notunterkunft helfen, sagt Vorsitzender Artur Gut. Der Verein kann auf etwa 50 Helfer zählen. Für all diejenigen, die Flüchtlinge mit einer gewissen Skepsis gegenüber stehen, hat er einen Tipp: "Einfach mit den Menschen reden."
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