Metallinnung fordert verpflichtende Berufsorientierung - Kinder früh für Technik begeistern - ...
Handwerk geht verstärkt auf Studienabbrecher zu

Lokales
Wackersdorf
09.05.2015
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(hfz/ihl) Besonders beschäftigte die Metallinnung im vergangenen Jahr die Umsetzung der DIN EN 1090 für den Bereich Metall- und Stahlbau. Dies wurde einer Mitteilung zufolge bei der Jahreshauptversammlung in Wackersdorf deutlich. Diese Norm trat am 1. Juli 2014 in Kraft. Obermeister Bernhard Stegerer sandte ein klares Signal an alle Jugendlichen und deren Eltern: "Man kann in Deutschland zur Mittelschicht gehören ohne studiert zu haben." Ein Studium sei keine Garantie für ein erfolgreiches Berufsleben und hohes Gehalt. Er redete dem dualen Ausbildungssystem das Wort. Forderungen, die Berufsausbildung teilweise oder ganz an die Hochschulen zu verlagern, hielt er entgegen: "Inzwischen bricht jeder dritte sein Studium ab." Würden aber zu viele unüberlegt und orientierungslos ein Studium beginnen, und dann abbrechen, fühlten sich nicht wenige erst einmal als "Verlierer". Gerade die Erst-Studien-Abbrecher könnten eine Zielgruppe für das Handwerk darstellen. Steger zitierte das Bundesinstitut für Berufliche Bildung. Demnach fehlen bis 2030 etwa 4,5 Millionen Menschen in der beruflichen Bildung. Den Überhang, der aus akademischer Bildung auf den Arbeitsmarkt dränge, gibt es mit 1,7 Millionen an.

"Es ist somit durchaus denkbar, dass künftig ein verstärkter Verdrängungswettbewerb, das sogenannte Downgrading stattfinden könnte."Wer heutzutage Fachkräfte und Jugendliche ansprechen und sich positiv von der Konkurrenz abheben möchte, sollte sich nicht nur attraktiv und zeitgemäß präsentieren, sondern auch auf die Wünsche der Nachwuchskräfte eingehen. "Sie möchten Dinge verstehen, nicht nur gesagt bekommen. Die Azubis von heute sind offener, sprechen Dinge, auch gegenüber dem Chef viel direkter an. Das sollten wir nicht als Frechheit empfinden, sondern möglichst als Input für den eigenen Betrieb nutzen."

Als wichtigen Baustein zur Gewinnung von Azubis und Fachkräften fordere das Handwerk verpflichtende Berufsorientierung in allen Schularten. Kinder sollen rechtzeitig und spielerisch für Handwerk und Technik begeistert werden. "Wir können es uns nicht leisten, fehlgeleitete Talente links liegen zu lassen." Heinz Kelm, Technischer Betriebswirt vom Fachverband Metall Bayern, referierte abschließend über Mindestlohn, Nachunternehmererklärung und Arbeitsaufzeichnungspflicht.
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