Nervensystem für Bagger-Riesen

Comline-Geschäftsführer Josef Wiesent (von rechts), Dr. Ulrich Riedl und Benjamin Wiesent erläutern die Produktion von Kabelbäumen beim Betriebsrundgang mit Landrat Thomas Ebeling, Dana Brunold (Comline) und Wirtschaftsförderer Rudolf Reger. Bild: Hösamer
Lokales
Wackersdorf
05.02.2015
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Ein Pionier wird 25: Comline Elektronik war eines der ersten Unternehmen im Westlichen Taxölderner Forst. Der Komplettanbieter von Bordnetzen für Bau- und landwirtschaftliche Maschinen setzt auf höchste Qualität - und neue technische Ideen.

Der Landrat erkundigt sich bei seinem Besuch am Mittwoch gleich nach dem Spektrometer. Thomas Ebeling war schon einmal zu Gast bei Geschäftsführer Josef Wiesent und seinem Team bei Comline und hat von dem High-Tech-Projekt gehört. Benjamin Wiesent erläutert die grauen Kästchen, die doppelt so groß wie eine Zigarettenschachtel sind. Sie verbergen eine Sensorik, mit der sich beispielsweise Verunreinigungen in Motoröl mit Infrarot-Spektrometrie messen lassen. Bisher passten solche Geräte kaum in einen Kombi. Irgendwann, so hofft Josef Wiesent, ist der Sensor so klein und so günstig herzustellen, dass er in Maschinen oder Motoren eingebaut werden kann.

Wenn Wiesent, sein Sohn Benjamin, Qualitätsmanager Dr. Ulrich Riedl, Vertriebsleiter Alfred Wollitzer und kaufmännische Leiterin Dana Brunold von Maschinen reden, denken sie groß. Riesige Bagger mit 50-Kubikmeter-Löffeln etwa, Bohr- oder Ramm-Anlagen, Geräte für den Bergbau unter Tage. Oder für die Landwirtschaft. In allen steckt viel Elektronik. Für die Steuerung entwirft, plant und produziert Comline Bordnetze. Das große Thema bei Maschinen lautet Verfügbarkeit. Jede Panne, jede Wartungspause kostet die Firmen bares Geld. Um so wichtiger ist es, dass das "Nervensystem" der Elektronik spurt.

Komplexe Aufgaben

Hochwertigste Materialien, vom dünnen Kupferkabel über Stecker und Bauteile bis hin zu der Umflechtung der Kabelbäume mit Kunststofffäden in automatisierten "Stricklieseln", werden bei Comline verwendet. Die Kunden wissen das neben dem Service zu schätzen: Kaum ein namhafter Hersteller weltweit, der nicht zu den ihnen zählt. Comline-Mitarbeiter sorgen sogar in den Firmen für den Einbau der Bordnetze. "Groß. Komplex. Robust.", charakterisiert Benjamin Wiesent die Anforderungen. Von der Einzelanfertigung bis zur Serienproduktion reicht die Palette. Vieles bleibt dabei Handarbeit. Das komplexe Bestücken eines Kabelbaums schafft kein Roboter.

Rund 240 Mitarbeiter beschäftigt Comline in Wackersdorf und Waidhaus. "Wir bilden auch aus", sagte Josef Wiesent zu Landrat Ebeling. Die nächsten Schritte in der Bordnetz-Technik führen hin zu mehr Digitalisierung. Daran wird in der Entwicklungsabteilung ebenso gearbeitet wie an den Lösungen für die Maschinen von Morgen.

Das Labor mitnehmen

Das Infrarot-Spektroskop trägt den Produktnamen "Sphinx". "Sie können das Labor mitnehmen," beschreibt Benjamin Wiesent den Vorteil des Kästchens, das an einen Computer oder ein Tablett angeschlossen wird. Motorenöl etwa kann beispielsweise direkt an Testständen analysiert werden, langes Warten auf Laborergebnisse entfällt. Ein riesiger Zeitvorteil, der bares Geld spart. Eine Entwicklung, die gut zum 25-jährigen Bestehen von Comline passt, das im Sommer gefeiert wird.
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