Nur keine Lücke lassen

Lokales
Wackersdorf
26.09.2014
1
0

Alles, nur nicht "Zahnlückenschule": Die Mittelschule in Wackersdorf muss trotz sinkender Schülerzahlen weiter alle Jahrgangsstufen anbieten, war sich der Schulverband am Mittwoch einig. Auch mit Blick auf den Erfolg der Wirtschaftsschule.

Im Schulverband teilen sich Steinberg am See und Wackersdorf die Trägerschaft der Mittelschule, auf Verwaltungsebene ist die Verbindung noch enger. Rektor Gerhard Süß leitet seit diesem Schuljahr neben der Grund- und Mittelschule Wackersdorf auch die Grundschule Steinberg. Eine vernünftige Lösung, war sich die Schulverbandsversammlung einig. Süß sieht sich vor einigen Herausforderungen. Zwar steigt die Zahl der Grundschüler leicht an, die Mittelschule besuchen aber immer weniger Kinder. "Ich weiß nicht, wie wir das in den Griff bekommen sollen," sagte Süß. "Zahnlückenschule" mit fehlenden Jahrgangsstufen dürfe Wackersdorf nicht werden.

Dieser Überzeugung ist auch Ralf Bormann. Als Chef des Beruflichen Schulzentrums ist er auch für die Wirtschaftsschule verantwortlich, die in Wackersdorf in Kooperation mit der Mittelschule läuft. 55 Jugendliche besuchen die drei Jahrgangsstufen 8 bis 10. Ab dem Schuljahr 2015/2016 soll die Wirtschaftsschule auch eine siebte Klasse anbieten und vierstufig werden. Damit, hofft Bormann, könnten künftig die etwa 60 Jugendlichen aus dem Landkreis nach Wackersdorf geholt werden, die momentan Wirtschaftsschulen in Cham oder Weiden besuchen. "Die müssen wir bekommen," sagte Bormann. Das Pilotprojekt funktioniere, auch wenn sich Berufs- und Mittelschule die Lehrer- und Verwaltungsstunden teils "aus dem Fleisch schneiden" müssten. "Noch ist das unterfinanziert", sagte Bormann. Die erste Klasse hat dieses Jahr ihren Abschluss gemacht. Alle haben bestanden und sind untergekommen: Entweder in einer Lehrstelle oder einer weiterführenden Schule.

Mit künftig mehr Schülern und nach den neuen pädagogischen Vorgaben des Lehrplans (Bormann: "ein Quantensprung") würden auch mehr Räume gebraucht, sagte er an den Verband gerichtet. Für einen Raum konnte Vorsitzender Bürgermeister Thomas Falter schon "grünes Licht" geben, "ansonsten müssen wir noch reden." Die fünf Klassen der Mittelschule Wackersdorf/Steinberg besuchen derzeit 90 Schüler, sieben weniger als noch vor einem Jahr." Wir werden permanent einen Blick darauf haben," sagte Bürgermeister Thomas Falter.

Zwei Schulbegleiter betreuen zwei Kinder an der Wackersdorf Schule. Das funktioniere gut, sagte Rektor gut. Die Kinder könnten sonst keine Regelschule besuchen. Ein Schulsozialarbeiter soll nun die Arbeit aufnehmen. Den entsprechenden Beschluss fällte die Verbandsversammlung einstimmig und stellte für die vom Kreistag genehmigte halbe Stelle bis zu 6750 Euro jährlich als Zuschuss zur Verfügung. Der Sozialarbeiter könne an der Schnittstelle der Schule zum Elternhaus besser eingreifen als ein Lehrer, wenn es Probleme gibt, sagte Rektor Süß.
Weitere Beiträge zu den Themen: Mittelschule (11034)September 2014 (8407)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.