Turbo-Netz wird Realität

Am Mittwoch erfolgte der Spatenstich für das Pilotprojekt zum Breitbandausbau für die Ortsteile Meldau und Mappenberg. Bild: rid
Lokales
Wackersdorf
31.07.2015
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Staatssekretär Albert Füracker hat die Namen Meldau und Mappenberg zuvor noch nie gehört. Dabei sind die beiden Orte Musterbeispiel für infrastrukturelle Erschließung. Hier wird das schnelle Internet Realität - auf Kosten der Gemeinde und der Anschließer.

Die Gemeinde baut die Straßen in den Ortschaften aus und errichtet auf eigene Kosten ein 5,3 Kilometer langes Speed-Pipe-Netz für schnellen Internetanschluss. Gleichzeitig verlegt das Bayernwerk die Leitungen für den Gasanschluss.

Ein Graben - drei Projekte. Staatssekretär Albert Füracker war beim Spatenstich am Mittwoch beeindruckt von diesen Synergieeffekten. Wackersdorf gehe auch beim Breitbandausbau mit gutem Beispiel voran. Von den 2056 bayerischen Gemeinden befänden sich 1823 im Förderverfahren zum Breitbandausbau, über 300 hätten bereits die ersten Bescheide erhalten. "Ziel ist der komplette Ausbau bis zum Jahr 2018", betonte der Staatssekretär im Finanz- und Heimatministerium. Vollzug konnte auch Landrat Thomas Ebeling melden: "Alle 33 Gemeinde des Landkreises haben einen Förderantrag gestellt".

Für alle Ortsteile

"Wackersdorf und einige Ortsteile sind bereits sehr gut versorgt", versicherte Bürgermeister Thomas Falter. Mit der Verlegung von Speed-Pipe-Leitungen schaffe die Gemeinde die Voraussetzungen für den schnelleren FTTB-Ausbau, also Glasfaserleitungen bis zum Gebäude. Für das gesamte Gemeindegebiet gebe es Lösungen und Konzepte, sagte der Bürgermeister und versprach: "Kein Ortsteil wird vergessen".

Meldau und Mappenberg sind Pilotprojekte. "Hier möchten wir Erfahrungen für den künftigen FTTB-Ausbau sammeln", gab Thomas Falter zu verstehen. Die Kosten für das gesamte Speed-Pipe-Netz in den beiden Ortsteilen betragen 330 000 Euro, mit denen die Gemeinde in Vorleistung geht. Für diesen Bereich habe sich kein privater Anbieter gefunden, begründet der Bürgermeister die Eigeninitiative.

Weitere Planungen

An den Kosten für die Hausanschlüsse müssen sich die Bürger allerdings beteiligen. Fast alle der 57 Haus- und Grundstücksbesitzer wünschen den Anschluss. 2016 sollen die Leitungen mit einer Leistung von bis zu 200 Mbit pro Sekunden stehen. Seit 2013 verlegt die Gemeinde bei jeder Straßenbaumaßnahme gleichzeitig auch die Speed-Pipe-Leitungen bis zur jeweiligen Grundstückgrenze mit. Im Ortskern erfolgt seit 2014 der FTTC-Eigenausbau durch die Telekom mit aktuell 50 Mbit pro Sekunde. "Damit sind 85 Prozent des Gemeindegebietes mit VDSL-Turbointernet versorgt", versichert der Bürgermeister.

Bis 2017 schließt die Telekom auch den Ortsteil Heselbach an. Für Imstetten und Rauberweiherhaus sei die Markterkundung abgeschlossen, laufe seit 22. Juli 2015 das Auswahlverfahren.
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