"Unabhängige Wählerschaft" endgültig aufgelöst - Einst drei Bürgermeister gestellt
UW nur noch Geschichte

Lokales
Wackersdorf
25.04.2015
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Die "Unabhängige Wählerschaft" war in der unmittelbaren Nach-WAA-Ära die einflussreichste politische Kraft in Wackersdorf, stellte alle drei Bürgermeister, bildete mit acht Mitgliedern die stärkste Fraktion im Gemeinderat und hatte wesentlichen Anteil an der späteren Entwicklung zur Industriegemeinde.

Kein Nachwuchs

Warum es im November 2014 mit der Gruppierung dennoch zu Ende ging, erklärten Herbert Pöll und Dietmar Köhler bei der offiziellen Liquidation am Donnerstag im Rathaus. "Wir hatten Nachwuchsprobleme", nannte der langjährige UW-Vorsitzende Herbert Pöll als Hauptgrund. Die Folge: Die "Unabhängige Wählerschaft" brachte bei den zurückliegenden Kommunalwahlen keine Kandidatenliste mehr zustande. Die drei Mandatsträger ließen sich aus dem Gemeinderat verabschieden. Im November 2014 beschlossen dann die 19 verbliebenen Mitglieder die Auflösung, der nun die Liquidation folgte.

Für soziale Zwecke

Die von der Auflösungsversammlung bestellten Liquidatoren Herbert Pöll und Dietmar Köhler gewährten Bürgermeister Thomas Falter einen Einblick in die Bücher und überreichten ihm den Kassenbestand von 427 Euro. Dieses Geld soll satzungsgemäß für soziale Zwecke verwendet werden. Wofür, das will sich der Bürgermeister noch überlegen.

Die "Unabhängige Wählerschaft" hat 1989 Max Politzka gegründet, als ihm seine Partei, die SPD, mit einem Ausschlussverfahren drohte. Der Grund: Er hatte sich mit den meisten anderen SPD-Gemeinderäten für den Bau der WAA stark gemacht. Mit ihm verließen auch die damaligen Bürgermeister Josef Ebner und Josef Wiendl die SPD und wechselten zur UW, die 1990 acht Gemeinderäte und damit die stärkste Fraktion stellte. In der Folgezeit wuchs die Gruppierung auf 250 Mitglieder an.

"Die Verdienste der UW um die wirtschaftliche Entwicklung der Gemeinde sind unbestritten", betonte Bürgermeister Thomas Falter. Er hob aber auch die Verbindungen der anderen Parteien hervor. Der Gemeinde sei es gelungen, nach dem WAA-Aus die Kräfte zu bündeln und eine ungeahnte Aufwärtsentwicklung einzuleiten. Trotz des Streits, der sich während der WAA-Auseinandersetzungen quer durch die Parteien und Familien gezogen hatte. Heute bedauert Thomas Falter, "dass es in Wackersdorf keine vierte politische Kraft mehr gibt".
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