Zufluchtsort als neue Heimat

Die Asylbewerber Ibrahim Hamad (links) und seine Frau Ranja haben in Wackersdorf eine neue Bleibe gefunden und dürfen auf die Hilfe der Wackersdorfer Bürger hoffen. Bild: rid
Lokales
Wackersdorf
12.11.2014
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Gemeinde, Pfarrei, Nachbarschaftshilfe und "Lernende Region" wollen ein Netzwerk bilden und den 26 syrischen Asylbewerbern helfen, die seit einigen Wochen in zwei Gebäuden in der Bahnhof- und Bergstraße untergebracht sind. Ein Treffen war erst der Anfang.

Die Gelegenheit, die Neubürger kennenzulernen, hatte die Bevölkerung beim Informationsabend am Montag im Pfarrheim. Fahrräder, Fußballschuhe (Größe 40 bis 43), eine Gitarre, Winterkleidung, Teppiche und Läufer, Schuh- und Küchenregale, Töpfe und Küchenmesser, Stühle und Gartenmöbel sowie Schlafanzüge für ein einjähriges Kind: Der Bedarf ist groß, den die Familien angemeldet haben.

Wer gut erhaltende Gegenstände oder Kleidung entbehren kann, soll sie am kommenden Samstag von 10 bis 12 Uhr im Pfarrheim abgeben. Ehrenamtliche Mitarbeiter der Nachbarschaftshilfe verteilen sie dann entsprechend. Zu den Familien gehören sechs Kinder, die in den Kindergarten oder zur Schule gehen. Sie und deren Eltern zu integrieren, wird die Aufgabe eines Helferkreises sein, der sich zum ersten Mal am 1. Dezember um 18 Uhr im Pfarrheim trifft. Ihm gehören ehrenamtliche Mitarbeiter der Pfarrei, der Gemeinde, der Nachbarschaftshilfe sowie Lesepaten der "Lernenden Region" an. Der Helferkreis soll Kontakt herstellen zu den örtlichen Vereinen und die Kinder zumindest in der Anfangsphase begleiten. Auch die Freizeitmöglichkeiten in Wackersdorf sollen die Asylbewerber kennenlernen.

Bürgermeister Thomas Falter wies darauf hin, "dass es keine Bevorzugung der Asylbewerber gegenüber den Einheimischen geben wird". Er sieht die anfängliche Unterstützung als "Hilfe zur Selbsthilfe". Er stellte mit Nadia Badi und Astrid Meierhofer die beiden Ansprechpartnerinnen der Gemeinde in Sachen "Asyl " vor. Eindrucksvoll schilderte ein syrischer Mann seine Flucht und die Sehnsucht nach seiner Familie, die er in Damaskus zurückgelassen musste.

Er bat die Gemeinde um Hilfe bei der Familienzusammenführung. Bürgermeister Thomas Falter will sich kundig machen, "welche Möglichkeit es gibt". Pfarrer Christoph Melzl hieß die Neubürger im Namen der Pfarrei willkommen und sagte ihnen jede mögliche Hilfe zu. Dies tat auch Doris Dürr, die die Sprachpaten der "Lernenden Region" betreut.
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