Zuschlag für Kreisverkehr

An dieser Stelle der Industriestraße entsteht im nächsten Jahr ein Kreisverkehr. Fahrer mit Zielrichtung "Innovationspark" biegen gleich rechts ab. Wer zum Murner See, zur Kartbahn, zum Musikpark oder nach Rauberweiherhaus will, nimmt die zweite Ausfahrt. Bild: rid
Lokales
Wackersdorf
27.11.2014
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Sicherheit vor Schnelligkeit: Nach diesem Grundsatz stimmten die Gemeinderäte bei ihrer Sitzung am Mittwoch mit Mehrheit für die doppelte Kreisel-Lösung in der Industrie- und Oskar-von-Miller-Straße. Der Entscheidung ging eine ausgiebige Diskussion voraus.

Der Abstimmung war eine lange Diskussion im Gremium und in den Fraktionen vorausgegangen. Einig war man sich über die Notwendigkeit, die 500 Meter lange Verbindungsstraße entlang der Kartbahn auf einer Breite von acht Metern auszubauen. Täglich bewegten sich 8400 Fahrzeuge auf der Industriestraße mit Ziel "Innovationspark und Murner See" und zurück, gab Bürgermeister Thomas Falter zu bedenken. Zur Entschärfung der Verkehrssituation an der Kartbahn und am Musikpark musste die Gemeinde deshalb handeln. Über das "Wie" gingen die Meinungen allerdings quer durch die Fraktionen auseinander.

Die beiden Varianten

Tiefbautechniker Christian Faderl vom Büro Renner+Hartmann hatte bei der vorletzten Sitzung die beiden Varianten vorgestellt. Der erste Vorschlag sah eine direkte Einmündung der Industriestraße in die neue Verbindungstrasse entlang der Kartbahn zur Oskar-von-Miller-Straße vor. Eine Linksabbiegespur sollte den Verkehr in Richtung Murner See lenken. Kostenpunkt: 1,565 Millionen Euro. Variante II empfahl die "Kreisel-Lösung". Ein Kreisverkehr auf der Industriestraße, ein zweiter an der Oskar-von-Miller-Straße. Diese Lösung ist etwas günstiger und kostet 1,465 Millionen Euro.

Bürgermeister Thomas Falter konnte beiden Lösungen "etwas Positives" abgewinnen. Die direkte Verbindung würde zwar den Verkehrsfluss aufrecht erhalten, stelle aber gerade in den Sommermonaten ein erhöhtes Sicherheitsrisiko durch Linksabbieger dar. Die Lösung mit dem Kreisverkehr sei zwar sicherer, hemme aber den Verkehrsfluss. "Wir müssen uns auch im Klaren sein", so der Bürgermeister, "dass wir dann ungewöhnliche viele Kreisel auf engstem Raum haben werden". Bei der Abstimmung war der Fraktionszwang aufgehoben. Die 14 Stimmen für die Kreisel-Lösung und die fünf Stimmen für die Variante I verteilten sich auf alle drei Fraktionen.

13 000 Fahrzeuge

Um den Verkehrsfluss ging es auch bei den Messungen am Kreisel in der Industriestraße bei der Firma Gatex. Sie ergaben, dass innerhalb von zwei Wochen im August und September über 13 000 Fahrzeuge durch den Ortsteil Rauberweiherhaus fuhren, davon 680 Lastwägen. Vom Murner See in Richtung Kartbahn bewegten sich im gleichen Zeitraum 9910, in umgekehrter Richtung 6822 Fahrzeuge. Der Fraktionssprecher der Freien Wähler, Alfred Jäger, forderte angesichts dieses hohen Aufkommens: "Der Durchgangsverkehr muss raus aus Rauberweiherhaus". Die Situation müsse sich "nachhaltig und schnell" verbessern. Die Freien Wähler stellten bereits im Oktober einen Antrag, für 2015 Haushaltsmittel zur Planung eines geeigneten Verkehrskonzeptes einzustellen.

Bürgermeister Thomas Falter war sich mit den übrigen Fraktionssprechern über den Handlungsbedarf einig, wies allerdings darauf hin: "Ein Patentrezept wird es hier nicht geben". Die Gemeinderäte stimmten seinem Vorschlag zu, ein Planungsbüro mit der Ausarbeitung von möglichen Lösungen zur Entlastung der Ortschaft zu beauftragen.
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