Altlandrat Hans Schuierer erinnert an WAA-Widerstand
„Die Sache ist noch nicht vorbei“

Der stellvertretende BN-Kreisvorsitzende Arnold Kimmerl (links) und Landesvorsitzender Hubert Weiger (Mitte) verliehen Altlandrat Hans Schuierer (rechts) das Vereinsabzeichen in Gold. Bild: Hirsch
Politik
Wackersdorf
25.04.2016
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Altlandrat Hans Schuierer gilt als Symbol des Widerstandes gegen die WAA Wackersdorf. Diesen Einsatz lohnte der Bund Naturschutz mit einer besonderen Auszeichnung - an einem besonderen Ort.

Der stellvertretende Kreisvorsitzende des "Bundes Naturschutz", Arnold Kimmerl, erinnerte bei der Andacht am Franziskusmarterl am Sonntag im Taxöldener Forst an Schuierers Engagement. Gemeinsam mit dem Landes- und Bundesvorsitzender Hubert Weiger verlieh er Hans Schuierer das Vereinsabzeichen in Gold.

Weiter Widerstand leisten


Der einstige Widerstandskämpfer betonte in seiner Rede: "Die Sache ist noch nicht vorbei". So lange auch nur ein einziges Kernkraftwerk in Betrieb sei, müsse der Widerstand weitergehen. Hans Schuierer malte sich aus, was aus Wackersdorf geworden wäre: "Eine Wiederaufarbeitungsanlage, ein Zwischenlager und schließlich das Endlager." Gemeinsam mit Wolfgang Nowak, "dem wichtigsten Mann im Widerstand", suche er regelmäßig Schulen auf, um den jungen Leuten von der damaligen Zeit zu erzählen, sagte Hans Schuierer. Damit dieser Teil der Geschichte nicht in Vergessenheit gerate. Für Hubert Weiger, dem BUND-Landesvorsitzenden und Vorsitzenden des "Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland", war damals die Demokratie in Gefahr. Und heute sieht er eine Gefahr für die Kernkraftwerke durch terroristische Anschläge. Für Hubert Weiger ist diese Technologie nicht beherrschbar. Er nennt die Atomenergie "eine Kriegserklärung an das Leben und die Schöpfung" und fordert den sofortigen Ausstieg. Die Zeche zahlten die nachfolgenden Generationen. Sie müssten dafür sorgen, dass der radioaktive Atommüll über einen Zeitraum von einer Million Jahre nicht in den natürlichen Kreislauf gelange.

Hubert Weiger geht davon aus, "dass ein Endlager nicht vor Ende dieses Jahrhunderts gefunden wird". In die Untersuchung des Salzstocks in Gorleben seien Milliarden investiert worden. Vergeblich! "Bei der Suche nach einem Endlager stehen wir wieder am Anfang", so der BUND-Vorsitzende.

"Wer sind die Narren?"


Gegen den Religionslehrer und Pfarrer Leo Feichtmeier hat die bayerische Staatsregierung damals zwei Disziplinarverfahren eingeleitet. In seiner Ansprache zitierte er den "Propheten der Kernenergie". Der damalige bayerische Ministerpräsident Franz-Josef Strauß habe die Kernkraftgegner als "Apokalyptische Narren ihrer eigenen Dummheit" beschimpft. "Wer sind diese Narren 30 Jahre nach Tschernobyl und fünf Jahre nach Fukushima?", fragte der Geistliche rhetorisch. (Kreisseite)
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