BBV-Kreisobmann Johann Wilhelm nimmt Verbraucher in die Pflicht
Frische Milch von der Tankstelle

Mit einem frischen Glas Milch stießen an (von links): Bürgermeister Thomas Falter, Milchprinzessin Eva-Maria Bäuml, Regina Kagerer, Bäuerin Elisabeth Roidl, BBV-Kreisobmann Johann Wilhelm und Dieter Lippert, Fachberater beim BBV in Schwandorf. Bild: doz
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Wackersdorf
31.05.2016
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Einen kürzeren Weg zum Verbraucher gibt es wohl nicht. Während im Stall vom Hof der Familie Roidl in Irlach die Melkroboter ihren Dienst leisten, ist es möglich, nur ein paar Meter weiter die Milch von einer Milchtankstelle zu zapfen. Es ist die zweite im Landkreis, eine gibt es bereits in Ponholz.

Zu der Anschaffung entschloss sich Elisabeth Roidl, weil sie immer mehr Anfragen nach frischer Milch erreichten. Die Betreiber des 60 bis 65 Kühe zählenden Hofs investierten rund 15 000 Euro. Die Maschine fasst zwei Behälter mit insgesamt 100 Liter, die Milch wird auf drei Grad herunter gekühlt. Wenn die Milch leer ist, bekommt die Bäuerin ein Signal. Allerdings kommt in den Automaten laut Roidl ohnehin täglich frische Milch. Die Reste bekommen die Kälber.

Bürgermeister Thomas Falter nannte die Milchtankstelle beim Pressetermin am Montagnachmittag ein "Aushängeschild für die Gemeinde". Sie sei nicht nur eine super Geschichte, sondern liege, weil zwischen Wackersdorf und Schwandorf, strategisch günstig. BBV-Kreisobmann Johann Wilhelm erklärte: "Man hört von vielen, dass sie bereit sind, mehr für Lebensmittel auszugeben. Jetzt haben sie dich Möglichkeit." Für einen Liter Milch, den der Kunde zapft, zahlt er einen Euro. Der Pressetermin fiel mit einem Milchgipfel in Berlin zusammen. Dabei drängte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU), dass es wegen der anhaltend niedrigen Milchpreise mindestens 100 Millionen Euro Soforthilfe für die Bauern geben soll.

Wilhelm erklärte, dass sich schwer sagen lasse, was das bringe. Das generelle Problem sei die europaweite Milchmenge, die produziert wird. Deshalb müssten andere Märkte erschlossen werden, und das dauere seine Zeit. Was einen fairen Preis angeht, sagte Wilhelm: "Für mich hat es der Verbraucher in der Hand." Eine Gelegenheit bietet etwa die Milchtankstelle in Irlach.
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