Kriminalhauptkommissar Wolfgang Sennfelder hält Vortrag
Einbruchsschutz: Experte rät, nachzurüsten

Polizeihauptkommissar Wolfgang Sennfelder zeigt, wie leicht sich Schließzylinder entsperren lassen. Bild: rid
Vermischtes
Wackersdorf
23.02.2016
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Kriminalhauptkommissar Wolfgang Sennfelder ist Fachberater bei der Kripo Amberg und für die Präventionsarbeit im Landkreis Schwandorf zuständig. Am Samstag sprach er bei einer Veranstaltung der Jungen Union Wackersdorf zum Thema "Einbruchschutz".

Der JU-Nachwuchs staunte nicht schlecht: Im Handumdrehen verschafft sich der Einbrecher Zugang zur Wohnung. Oft sogar ohne Gewaltanwendung, "denn immer noch werden die Schlüssel im Blumengesteck, unter dem Fußabstreifer oder am Nagel um die Ecke versteckt". Das führe auf jeden Fall zu Problemen mit der Versicherung, betonte der Kriminalbeamte.

2000 Euro investieren


"Nur wenige Häuser haben einen wirksamen Einbruchschutz", gibt Wolfgang Sennfelder zu bedenken. Der Berater der Polizei kennt die Schwachstellen. Das seien vor allem die Terrassentüren und Fenster im Erdgeschoss. 70 Prozent der Einbrecher gelangten auf diesem Weg ins Haus. Die Fenster oder Türen werden einfach aufgehebelt. Er rät deshalb zur "Nachrüstung". Rund 2000 Euro, je nach Anzahl der Fenster, schätzt der Experte, müssten die Hausbesitzer in mehr Sicherheit investieren. Die Täter arbeiten immer professioneller. Und sie gehen, wie die Polizeiexperten wissen, meist nach dem gleichen Schema vor. Sie kundschaften die "Objekte" vorher aus und nutzen die Gunst der Stunde. Und es sei ein Trugschluss, zu denken, "dass Einbrecher es nur auf Villen abgesehen haben". Ganz im Gegenteil. Von Luxus-Häusern lassen sie eher die Finger, "weil diese meist alarmgesichert sind". Gefährdet seien, so die Erfahrung der Polizei, vor allem Häuser am Ortsrand. Einbrecher haben es fast nur auf Bargeld und Schmuck abgesehen. "Sie werden keinen Flachbildschirm aus dem Haus tragen", so der Polizeibeamte. Auf eine gute Nachbarschaft zu bauen und Türen und Fenster nachzurüsten, damit könne man sich wirkungsvoll gegen Einbrecher schützen.

"Psychischer Schaden"


Aber nicht der materielle Schaden, der bei einem Einbruch entstehe, sei das Problem. Er werde in der Regel von der Versicherung ersetzt. "Das Schlimmste", weiß Wolfgang Sennfelder aus seiner jahrelangen Erfahrung, "das ist der psychische Schaden, den die Menschen erleiden, wenn jemand in ihre Privatsphäre eingedrungen ist". Der Fachberater der Kriminalpolizei hat schon mit vielen Leuten gesprochen, die auch lange Zeit nach einem Einbruch in ihrem Haus nicht mehr schlafen konnten.
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