Vortrag beim „Wackersdorf-Treff“
Dekanat reicht 450 Jahre zurück

Mit einer Power-Point-Präsentation erläuterte Dr. Adolf Rank beim "Wackersdorf-Treff" der evangelischen Kirchengemeinde die Geschichte des Dekanats Sulzbach-Rosenberg, zu dem auch Schwandorf und Wackersdorf gehören. Bild: rhi
Vermischtes
Wackersdorf
24.10.2016
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Dr. Adolf Rank ist ein ausgewiesener Kenner der regionalen Kirchengeschichte der Protestanten. Beim "Wackersdorf-Treff" widmete er sich seinem Spezialthema: 450 Jahre Dekanatsbezirk Sulzbach-Rosenberg. Warum hat der Dekanatsbezirk seinen Sitz in Sulzbach-Rosenberg? In seiner Antwort ging der Referent bis ins Jahr 1505 zurück.

Rank schlüsselte ein kompliziertes Geflecht aus politischen Einflussnahmen und territorialen Herrschaftsansprüchen auf. 1566 gehörten der Superintendentur "Sulzbach" acht Pfarreien an. Anfang des 17. Jahrhunderts zogen dunkle Wolken auf. 22 Jahre war im Teilfürstentum Sulzbach jegliche lutherische Glaubensbekundung verboten. Die Bevölkerung wurde gezwungen, die katholischen Gottesdienste zu besuchen.

Mit dem Ende des Dreißigjährigen Krieges wendete sich das Blatt, zwei Drittel der Bevölkerung kehrten zur lutherischen Konfession zurück. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts begann sich der Dekanatsbezirk nach Osten auszudehnen. 1872 errichtete man für den Schwandorfer Reiseprediger ein eigenes Bethaus. Im Erdgeschoss befand sich dessen Wohnung, im oberen Stock der Betsaal. Das Haus wurde 1945 beim Bombenangriff völlig zerstört. 1949/50 entstand an dieser Stelle die neue Erlöserkirche. In den 1950er und -60er Jahren entwickelte sich der Dekanatsbezirk in der heutigen Form.

Eigene Pfarreien entstanden in Nabburg, Schwarzenfeld und Oberviechtach. Pfreimd wurde selbstständige Kirchengemeinde, verbunden mit der Pfarrei Nabburg. Maxhütte wurde 1954 dem Dekanatsbezirk Regensburg hinzugefügt. Im Kirchenkreis Regensburg ist der Dekanatsbezirk so einzuordnen: Von der Fläche ist er mit rund 2000 Quadratkilometern der zweitkleinste. Landshut und Regensburg sind mehr als doppelt so groß. Bei der Mitgliederzahl steht Regensburg mit rund 73 000 an der Spitze vor Ingolstadt (58 000) und Sulzbach-Rosenberg (35 000). Der Dekanatsbezirk besteht aus 18 Pfarreien mit 24 Kirchengemeinden.
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