Innovative Kunststoffspritzen

Die in Deutschland hergestellten, vorfüllbaren Nadelspritzen aus dem Hochleistungskunststoff COP (Cyclo-Olefin-Polymer) eignen sich insbesondere für anspruchsvolle Arzneimittel und hochviskose Wirkstoffe. Bild: hfz
Wirtschaft
Wackersdorf
15.07.2016
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Die Firma Gerresheimer hat eine neue Gx RTF ClearJect-Spritzenmarke in Zusammenarbeit mit der OTH Amberg-Weiden entwickelt. Die in Deutschland hergestellten Spritzen aus dem Hochleistungskunststoff COP (Cyclo-Olefin-Polymer) sind auf die hohen Anforderungen moderner Arzneimittel abgestimmt.

Wackersdorf/Amberg. Zukünftig wird amerikanischen und europäischen Kunden ein Portfolio in Deutschland gefertigter COP-Spritzen angeboten. Bei der Produktentwicklung wurde eng mit der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden zusammengearbeitet. Gerresheimer kooperiert schon seit vielen Jahren mit der Hochschule und war maßgeblich an der Gründung des Studienganges Medizintechnik in der Fakultät Wirtschaftsingenieurwesen beteiligt.

Ansprüche an die Spritzen


Neuartige Wirkstoffe wie beispielsweise biotechnologische Medikamente stellen besonders hohe Ansprüche an die Spritzen, in die sie immer häufiger direkt abgefüllt werden. Hier stößt zum Teil selbst der bewährte Werkstoff Glas an seine Grenzen.

Eine Alternative ist der Hochleistungskunststoff COP. Spritzen aus diesem Material sind bruchresistent, ähnlich transparent wie Glas und haben bei der Lagerung kaum Wechselwirkungen mit den darin abgefüllten Medikamenten. Gerresheimer hat schon in der Vergangenheit vorfüllbare COP-Spritzen vertrieben, die vom langjährigen Partner des Unternehmens, Taisei Medical Co. Ltd., in Japan produziert werden. Nun erweitert das Unternehmen sein COP-Portfolio um in Deutschland hergestellte vorfüllbare Nadelspritzen der neuen Marke Gx RTF ClearJect.

Gerresheimer hat die für die Produktion der neuen Spritze erforderlichen Anlagen und Prozesse selbst entwickelt und qualifiziert. Für die Testproduktion wurde eine Fertigungsanlage in einem Reinraum der OTH Amberg-Weiden aufgebaut. Unternehmen und Hochschule arbeiten schon seit vielen Jahren bei Entwicklungsprojekten und dualen Ausbildungsgängen zusammen.

Das aktuelle Spritzenprojekt belegt, dass sich dieses Engagement auszahlt. Sowohl der Lehrstuhlinhaber Prof. Burkhard Stolz als auch zahlreiche Studenten des Studiengangs waren an der Produktentwicklung beteiligt. Eine Reihe von Voruntersuchungen zum Kunststoff und zur Konstruktion des Spritzgusswerkzeugs wurde im Rahmen von Hochschulprojekten durchgeführt.

Bruchfestigkeit


Die neue Gx RTF ClearJect-Spritze 1 ml long mit Kanüle wird in Kooperation mit dem japanischen Partner im deutschen Produktionswerk von Gerresheimer Medical Systems produziert werden. Beim Einsatz anspruchsvoller Medikamente bietet die neue Spritze vor allem durch ihre Bruchfestigkeit und ihre hervorragende Kompatibilität mit biotechnologischen Medikamenten entscheidende Vorteile.

Für die Wirtschaftlichkeit des Spritzensystems sorgt ein Konzept, das den COP-Spritzenkörper durchgängig mit üblichen Standardbauteilen vervollständigt. Dies beginnt beim Einsatz von Standardkanülen und setzt sich bei den Kolbenstangen, Kolbenstopfen, Fingerauflagen und Verschlusssystemen fort.
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