Unternehmensleiter im Mehrgenerationenhaus
Chefsache Wirtschaftpolitik

Sigrid Götzer, Leiterin der Offenen Ganztagsschule, und Bürgermeister Thomas Falter führten nach den Vorträgen und einer Diskussionsrunde durch das Mehrgenerationenhaus. Bild: doz
Wirtschaft
Wackersdorf
19.05.2017
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Seit elf Jahren schuldenfrei. Mehr sozialversicherungspflichtige Beschäftigte (5520) als Einwohner (5229). Kein Wunder, dass Bürgermeister Thomas Falter die in Wackersdorf angesiedelten Unternehmen umgarnt. Sie sorgen dafür, dass die Gemeinde exzellent dasteht. Für den Bürgermeister gilt deshalb: "Wirtschaftspolitik ist Chefsache."

Der persönliche Kontakt ist ihm wichtig. "Bei 75 Firmenbesuchen im vergangenen Jahr habe ich aufgehört zu zählen. Mir ist es wichtig, dass man sich Zeit nimmt. So können wir schnell und schlagkräftig auf Anfragen reagieren." Am Donnerstagabend lud Falter die Unternehmens-Chefs zu einem Wirtschaftsgespräch in das neue Mehrgenerationenhaus ein. Falter sagte: "Wackersdorf gehört mit seiner enormen Steuerkraft zu den Spitzenreitern in der gesamten Oberpfalz. Dies haben wir gerade unseren Industrie- und Gewerbebetrieben zu verdanken." Deshalb will das Gemeindeoberhaupt auch eine bessere Anbindung zum Innovationspark schaffen. Demnächst werden rund 55 Parzellen im Baugebiet Wackersdorf Süd erschlossen. Ab Mitte, Ende 2018 sollen die Grundstücksbesitzer das Bauen beginnen können. Falter betonte: "Eine Kommune ohne Baugebiete hat wenig Handlungsspielraum."

"Satter Rückgang"


Joachim Ossmann, der Leiter der Agentur für Arbeit Schwandorf, hatte ein ganzes Zahlenpaket dabei. Damit untermauerte er die gute Lage am Arbeitsmarkt im Landkreis Schwandorf. Ossmann informierte, dass die Zahl der Arbeitslosen in den vergangenen zehn Jahren einen "satten Rückgang von 35 Prozent" erlebt habe (2007 waren es 4204 Arbeitslose, im vergangenen Jahr im Schnitt 2711). Im April lag die Arbeitslosenquote im Landkreis bei 2,8 Prozent. Laut Ossmann hat der "Standort Wackersdorf dazu in erheblichen Maße beigetragen". Der Arbeitsagenturleiter sprach außerdem über den Anstieg der Beschäftigten von 46 000 im Jahr 2007 auf 53 429 im vergangenen Jahr, das entspricht 20 Prozent mehr.

Hinzu kommt noch ein "enormer Kräftebedarf". Alleine von 2015 auf 2016 ist die Anzahl der offenen Stellen um 29,6 Prozent gestiegen (von 1100 offene Stellen auf 1436). Für Ossmann ein großes Problem: "Demografie hört sich so einfach an. Aber wir müssen uns noch mal vor Augen halten, was für eine enorme Gruppe es ist, die in überschaubarer Zeit zum Arbeiten aufhört." Den Fachkräftemangel kennt Albert Vetterl, Vizepräsident der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz, nur zu gut: "Der Handwerker ist rar." Es müsse deutlicher gemacht werden, dass Handwerk Zukunft hat.

Enorm viele Studenten


Für Vetterl ist es "keine gesunde Entwicklung", wenn über die Hälfte der jungen Menschen studiert, wenngleich er betont: "Wir stehen nicht gegen eine gute Ausbildung und Akademisierung." Er gab aber zu bedenken: "Die Folgen werden wir spätestens dann bemerken, wenn wir keinen Bäcker mehr haben."

Der Handwerker ist rar.Albert Vetterl, Vizepräsident der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz
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