Kleines Dorf mit vielen Vereinen
Leuchtturm der Gemeinsamkeit

Die Vorsitzenden der Pfrentscher Vereine wissen um die Besonderheit ihrer Ortschaft: Jeder Pfrentscher ist statistisch gesehen vom Säugling bis zum Greis nicht nur in mindestens fünf Vereinen Mitglied, sondern es gibt hier auch noch eine große Auswahl. Bild: fjo
Freizeit
Waidhaus
14.10.2016
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Mit 298 Einwohnern ist Pfrentsch ein normales Dorf. Aber was die Vereinswelt betrifft, könnte der Waidhauser Ortsteil einen Weltrekord innehaben.

Pfrentsch. 14 Vereine mit über 1500 Mitgliedern, dazu 3 öffentliche Vereinsheime und 2 Vereinslokale. Auf nicht einmal 300 Bewohner gerechnet ist es fraglich, ob es solch eine Vielfalt ein zweites Mal gibt. In Pfrentsch steht nicht nur die einzige Hauberrisser-Dorfkapelle überhaupt, die kleine Ortschaft ist ein Leuchtturm, was Gemeinsamkeit anbelangt.

Der Zusammenhalt ist beispielhaft. Über allem thront die Dorfgemeinschaft mit Marktrat Ewald Zetzl an der Spitze mit seinen Stellvertretern Wolfgang Voit und Eugen Woppmann junior. Diesem im Juli 2011 ins Leben gerufenem Gremium gehören nicht nur die Vorsitzenden aller Vereine an, sondern zugleich wird darin eine Art Vereinskartell gesehen.

Schützen größter Verein


Größter Verein ist seit vielen Jahrzehnten der Schützenverein 1884 mit den Schützenmeistern Hildegard Werner und Josef Kleber, dem alleine schon 440 Mitglieder angehören. Nur ein Jahr weniger besteht die Feuerwehr, bei der Wolfgang Voit und Josef Zetzl als Chefs sowie Kommandant Andreas Neuber mit Stellvertreter Thomas Müller das Sagen haben. Unter den 120 Mitgliedern sind weit über die Hälfte Aktive.

Neben Schützenverein und Feuerwehr darf ein OWV-Zweigverein nicht fehlen, gegründet 1977. Rosi Grötsch führt ihn mit seinen 127 Mitgliedern mit Georg Neuber. Am 1. und 2. Juli feiern die Verantwortlichen 40-jähriges Bestehen. Beim Sportverein mit 230 Mitgliedern stehen die Brüder Josef Eschenbecher und Ernst Eschenbecher an der Spitze. Bisher gab es auch eine eigene Fußballmannschaft, die erst seit dieser Saison in einer Spielgemeinschaft mit dem TSV Waidhaus kickt.

Beim Spickerverein "Rotpfeil" kümmern sich Eugen Woppmann junior und Fabian Forster um die 64 Mitglieder. Wer nachrechnet, kommt mit dem Gründungsjahr 1967 auf ein halbes Jahrhundert, was als weiteres Jubiläum am 22. und 23. Juli angepeilt ist. Ganz auf Pfrentsch konzentriert hat sich der Kleintierzuchtverein Waidhaus mit einem voll ausgestatteten Züchterzentrum, zu dem die bekannte Pfreimdtalhalle als die größte Ausstellungshalle in der Oberpfalz gehört. 248 Mitglieder hören auf die Worte der Chefs Alfred Sauer und Ewald Zetzl. Selbst ein FC-Bayern-Fanclub fehlt nicht, den Alfred Sauer mit Stefan Dierl führt. Als dritter Verein feiert dieser 2017 silbernes Jubiläum. 150 Mitglieder gehören dazu, und damit mehr als im gleichen Fanclub in Waidhaus.

Den Kapellenbauförderverein für die Hauberrisserkapelle führen Marktrat Georg Kleber und Ludwig Greß senior. Er besteht seit Juni 2003 und hat 46 Mitglieder. Kleinste Organisation ist der Frauenclub um Elisabeth Voit mit 10 Mitgliedern. Bei der Jagdgenossenschaft für den Jagdbogen an der Grenze, zu dem auch weite Teile des ehemaligen Pfrentschweihers zählen, sind Hans-Jürgen Frölich und Josef Preßl die Chefs der 38 Mitglieder.

Seit 2013 gibt es auch einen Dartclub, bei dem Patrick Sauer, Miriam Sennert und Harald Meier als Spielführer das Sagen haben. Um die 25 Mitglieder nehmen seitdem am regelmäßigen Spielbetrieb im Gasthaus Frölich teil. "Und wenn ein Verein ein Fest hat, arbeiten alle anderen mit. Pfrentsch hält eisern zusammen", sagt nicht nur Rosi Grötsch. Dann sind da noch die 10 Ortsbäuerinnen um Johanna Kleber und Christine Bauriedl.

Die Wählerliste Pfrentsch hoben Alois Voit, Jakob Sauer und Georg Lang 1984 aus der Taufe. Seitdem gelang es regelmäßig zu Kommunalwahlen 28 Kandidaten und 3 Ersatzleuten auf die Beine zu stellen. So hat der Ortsteil 4 Markträte. Neben Georg Kleber und Wolfgang Bauriedl von der Ortsliste sind dies Ewald Zetzl (CSU) und Uli Grötsch (SPD), durch den Pfrentsch auch noch einen Bundestagsabgeordneten hat.

Regelmäßiges Dorffest


Bei soviel Aktivität soll ein regelmäßiges Dorffest nun hinzukommen. Termin ist der jeweils letzte Sonntag im Mai. Ewald Zetzl nennt den Grund: "Wir haben den Vorteil, dass unsere Arbeit in den Vereinen nicht nur auf wenige Köpfe, sondern in den Vorstandschaften auf viele Schultern verteilt ist. Die Bevölkerung ist für ihr Dorf da und schaut auf die Bewohner und das Aussehen des Ortes."
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