Einführungsvortrag zur Ausstellung in der Autobahnkirche
Luthers Anliegen

Mit Humor und viel Wissen stattete Dr. Hermann Reidel (links) zur Freude der Besucher seinen Einführungsvortrag zur aktuellen Ausstellung in der ökumenischen Autobahnkirche aus. Bild: fjo
Kultur
Waidhaus
21.05.2016
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Die künstlerische Weiterentwicklung beider Waidhauser Kirchen erhielt in dieser Woche ein Gesicht. Beim Einführungsvortrag zur Ausstellung in der Autobahnkirche erfuhren die Teilnehmer, wer und was sich genau dahinter verbirgt.

Anstatt der Kreuzwegstationen hängen seit Monatsbeginn bunte Werke von Otmar Alt an den Wänden. Dem Trägerverein "Ökumenische Autobahnkirche" gelang es im Vorgriff des 500-jährigen Reformationsjubiläums, den "Lutherzyklus" an die böhmisch-bayerische Landesgrenze zu holen.

Zur Einführung in die Ausstellung verpflichtete der Vorstand mit Dr. Hermann Reidel den Leiter der Diözesanmuseen Regensburg. Seine Willkommensworte verband Pfarrer Georg Hartl mit Hinweisen auf die Verbindungen des Museumschefs nach Waidhaus. Demnach sei nicht nur der entscheidende "Tipp" zu Kirchenmaler Tobias Kammerer von ihm gekommen, sondern über ihn sei auch die Verpflichtung der rumänischen Künstlerin Doina Mihailescu aus Temeswar zur Ausgestaltung der Autobahnkirche gelaufen. Außerdem sei der Gast aus Regensburg auch der Autor des Waidhauser Kirchenführers. Eine bessere Überleitung zur Ausstellung mit ihrem Titel "Luther und die Reformation: Christus - Glaube - Gnade - Bibel" hätte der Ortsseelsorger nicht finden können.

Guter Zeitpunkt


Den gut gewählten Zeitpunkt der Schau unterstrich Pfarrer Hartl: "Das Thema hat auch mit Pfingsten zu tun." Er erwähnte auch den Katholikentag in Leipzig und das Werden des "Lutherzyklus" im Vorgriff auf das im kommenden Jahr treffende Jubiläum. Die Beauftragte der evangelischen Kirche, Gunhild Stempel, ergänzte mit dem Hinweis, dass diese 500 Jahre als Christusfest mit Ausrichtung auf die Ökumene gefeiert würden - keinesfalls als Reformationsfest.

Seine kunsthistorisch ausgerichtete Annäherung an die aktuelle Ausstellung stellte Reidel unter die Thematik "Rezeption der Anliegen Martin Luthers mit den Mitteln der Kunst". In Otmar Alt sah er "einen der bedeutendsten lebenden deutschen Künstler", dessen Bilder wie die von Friedensreich Hundertwasser sofort erkannt würden. Kunst bedeute für ihn "ein Zeichen zu setzen und etwas Bedeutendes zu schaffen". Alt gelinge dies allein durch seine Farben.

In vielen Stationen ging Reidel auf Alts Lebenslauf ein. Der ausgestellte Zyklus beinhalte elf Grafiken, sechs davon in Farbe. Diese stellten die vier Alleinstellungsmerkmale der Reformation mitsamt Luther als Kernbotschaft und den gemeinsamen Nenner der evangelischen Kirche ins Zentrum: "Das lässt sich immer wieder finden in den Bildern." Heiter und verspielt präsentierten die Werke dieses Motto und entfalteten dabei tiefgründige sowie komplexe Geschichten "mit Figuren, wie aus Puzzleteilen zusammengesetzt".

Bis 31. Mai


Der Referent ordnete Alt zu den Künstlern der klassischen Moderne, welcher mit der Expressivität der Farben arbeite und mit einer unverwechselbaren Sprache. Theologische Gedanken verband Stempel abschließend mit einer intensiven Diskussion aller Gäste. Bei freiem Eintritt ist die Ausstellung mit den elf Druckgrafiken noch bis 31. Mai in der Autobahnkirche zu sehen, bei einer täglichen Öffnungszeit zwischen 8 und 20 Uhr.
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