Heimatkundlicher Arbeitskreis plant besondere Ausstellung
Musikexperten gefragt

Ein Musikantentreffen ganz anderer Art gab es am Mittwochabend im Gasthaus "Pfälzer Hof". Die Mitglieder des Heimatkundlichen Arbeitskreises sichteten das Material zur neuen Ausstellung. Bild: fjo
Kultur
Waidhaus
04.03.2016
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Musik und Waidhaus gehören von jeher zusammen. Eindrucksvoll verdeutlichen wird dies im kommenden Jahr eine Ausstellung mit dem Titel "Waidhauser Musikanten von damals bis heute".

Pfälzer Hof. Der Grundstein für das Aufarbeiten der lokalen Musikgeschichte des vorigen Jahrhunderts ist gelegt. Nicht nur Organist Karl Rauch, Simone Dietl von der Damen-Big-Band und Josef Biehler aus Reichenau folgten dem Aufruf des Heimatkundlichen Arbeitskreises (HAK) zu einem Treffen. Von der einstigen Musikband "The Kubies" legte Mitglied Andreas Federl die gesamte Chronik vor. Kistenweise schleppte Vorsitzender Manfred Eberlein Bilder, Zeitungsausschnitte und Schallplatten - vorwiegend von Helga Kretschmer gesammelt - ins Vereinslokal.

Neue Broschüre geplant


Das vielfältige Material überraschte und freute vor allem Vorsitzenden Andreas Ringholz. Sobald die Ausstellung zur Waidhauser Grenze Ende des Jahres im Gemeindezentrum schließt, soll die Schau "Waidhauser Musikgeschichte(n)" starten. Natürlich begleitet von einer neuen Broschüre, damit alles umfassend dokumentiert und festgehalten ist.

Damit verband Ringholz sofort einen Aufruf. "Wir aktiven Mitglieder vom HAK können das nicht alleine stemmen, sondern hier ist die Mithilfe von musikalischen Insidern mehr als geboten", besonders bei den Erhebungen zu den einzelnen Gruppen. "Um dann zu sehen: Wieviel ist vorhanden, was ist an Bildern da, und was bietet sich zum Ausstellen und Drucken an?" - auch in Bezug auf die Vorauswahl und den Umfang von Band 10 der "Waidhauser Geschichte(n)". Pfarrer Georg Hartl plädierte für eine größere Schrift, um das Interesse der älteren Mitbürger zu erregen. "Lieber knapp, prägnant und aussagekräftig."

Den zeitlichen Rahmen der Vorbereitung stellte Ringholz zur Diskussion. Nicht nur zum Sehen soll es Etliches geben, sondern vor allem Hörbares. Anekdoten, lustige Begebenheiten und Geschichten hätten für ihn ein ganz besonderes Gewicht. Dietl bat darum, die Zeit ab 1900 nicht zu vergessen. Sie selbst erklärte sich sofort bereit, die Aufarbeitung ihrer Damen-Big-Band sowie der "Original Waidhauser Blasmusik" zu übernehmen, und sich mit Eberlein um den Musikverein zu kümmern.

Karl Ochantel wird das Marktarchiv durchforsten. Erhard Schwarzmeier will die Musiker und die Kultur ausfindig machen, die mit der ehemaligen Glasfabrik in Frankenreuth im Zusammenhang standen. Rauch übernimmt den Gesangverein 1910 und den Kinderchor sowie die "Waidhauser Oberkrainer" und die Faschingskapellen, Federl zu den "Kubies" noch das Waidhauser Akkordeon-Orchester.

Hermann Macks "Silbersterne" wären beinahe vergessen worden, ebenso die "Waidhauser Lercherl". Die Verantwortlichen hoffen außerdem auf die Hilfe von Bernhard Kreuzer in Sachen "Stubenmuse". Um die bekannte Gruppe "Marabu" und die Komponisten verschiedener Waidhauser Heimatlieder will sich Ringholz kümmern.

Auf der Suche ist der HAK noch nach einem Spezialisten für den großen Hagendorfer Spielmannszug. Dieter Hanauer von den "Woihauser Straßenmusikanten" habe bereits zugesagt. Biehler stellte noch seine Privatsammlung über den "Janda-Sepperl" vor. Der verstorbene ehemalige Bezirksheimatpfleger Adolf Eichenseer habe ihm etliches Material überlassen. "Der war bestimmt früher in jedem Wirtshaus in der Gemeinde Waidhaus präsent."

Jandas Bierseidl


Vereinswirt Horst Wilka hat Jandas Bierseidl sogar noch im Hause, für die Mitglieder holte er es sofort aus dem Thekenschrank. "Der hat immer nur drei Stückl gespielt, und dann gleich gesammelt. Gekommen war er meist mit dem Eslarner Bockl", fiel Wilka dazu ein. "Das könnte schon ein Zugpferd für weitere Besucher sein", meinten Ringholz und Ochantel übereinstimmend.
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