Kirchenruine in Roßhaupt
Gutes Ende nach dunkler Zeit

Die "Woihauser-Veeh-Harfen-Gruppe" unter Leitung von Petra Zilbauer begleitete den Festakt zum 200. Jahrestag der Grundsteinlegung der Roßhaupter Kirche. Bild: fjo
Kultur
Waidhaus
27.09.2016
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Ohne die Nachbar- und Partnergemeinde Roßhaupt wäre Waidhaus am Wochenende nur ein Festtag gegönnt gewesen. Wie gut, dass man auch im Osten Freunde hat.

Roßhaupt/Waidhaus. Der Premierenauftritt der "Woihauser Veeh-Harfen" unter der neuen Leiterin Petra Zilbauer aus Heumaden zog viele Zuhörer zum Festakt über die Grenze. Darunter waren Bürgermeisterin Margit Kirzinger mit ihren Stellvertretern Markus Bauriedl und Johannes Zeug sowie als Ehrengast Pfarrer Georg Hartl. Die Grundsteinlegung der einstigen Pfarrkirche vor 200 Jahren bot einen würdigen Anlass für die Feier. Beidseits der Grenze genießt die nun zur Gedenkstätte erkorene Ruine ein hohes Ansehen.

Blick auf Kirchengeschichte


Das Publikum kam ziemlich genau je zur Hälfte aus Böhmen und Bayern. Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Borivoj Vrabec gehörte der ehemaligen Stellvertreterin Martina Klimpel die ganze Aufmerksamkeit. Ihre in tschechisch und deutsch formulierte Zusammenstellung der Kirchengeschichte stand zunächst im Mittelpunkt. Dabei ging die Sprecherin auch auf die Zeit vor der Grundsteinlegung ein, die bis 1728 zurückreicht. Im einstigen kaiserlichen Zollhaus hatte es eine Kapelle gegeben, die für die Roßhaupter als Ursprung ihrer Kirche gilt. In der Umgebung existierten bereits Pfarrkirchen, als 1821 die eigene endlich vollendet wurde. Doch unter die Freude der Fertigstellung hatte sich ein "eigenartiges Gefühl" gemischt, weil das Gotteshaus nicht benutzt werden durfte: Die Adelsregierung hatte das Gebäude einfach als "vollkommen überflüssig" angesehen.

1825 waren die Roßhaupter endlich durch Komtesse von Kolowrat von diesem Zustand des Bangens befreit worden - der feierlichen Einweihung stand nichts mehr im Weg. "Nach langen, dunklen Zeiten ist jetzt ein gutes Ende gefunden", meinte Klimpel. Die Gemeinde hat 82 000 Euro in die Innenrenovierung und die neue Ausstattung investiert.

Glockenturm geplant


Mit großem Interesse vernahmen die Teilnehmer die Rückkehr des ehemaligen Altarbilds mit einem Motiv des heiligen Wenzeslaus. Es befindet sich bei der Restaurierung, weil es während der vergangenen 70 Jahre arg in Mitleidenschaft gezogen worden war. Der Kostenvoranschlag für die Wiederherstellung beläuft sich auf rund 5700 Euro. Mehr Glück hatte die Kommune bei der Suche nach einer Glocke. Auf eine Zeitungsanzeige hin hat sich ein Besitzer gemeldet, der ein Exemplar aus dem 18. Jahrhundert besaß. Nach wenigen Gespräche schenkte der Eigentümer die Glocke unter Festlegung des künftigen Verwendungszwecks der Gemeinde. Rozvadov will nun auch einen Glockenturm bauen.

Beim anschließenden Festkonzert standen die Veeh-Harfen-Spielerinnen aus Waidhaus im Mittelpunkt. Die Ansage zwischen den Stücken übernahm erneut Klimpel. Zu hören waren unter anderem der Bradatsch-Walzer, ein irisches Segenslied und "Amazing Grace".
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