Landesausstellung über Kaiser Karl IV.
Glanz und Pomp an der Grenze

Ehrfurchtsvoll bestaunten Stefan Harrer und Markus Bauriedl (von rechts) sowie Margit Kirzinger, Ewald Zetzl, Gabi Wolf und Johannes Zeug (von links) die Nachbildung der Reichsinsignien, die Bürgermeister Borivoij Vrabec (Dritter von rechts) nach Roßhaupt geholt hat. Bild: fjo
Kultur
Waidhaus
08.10.2016
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Der Umzug der Landesausstellung zu Kaiser Karl IV. von Prag nach Nürnberg ermöglichte einen kurzen Halt bei Waidhaus. In Rozvadov (Roßhaupt) waren die faszinierenden Exponate zu sehen.

/Roßhaupt. Die Ausstellungsstücke dokumentieren den Glanz und Pomp einer längst vergangenen Epoche. Die Besucher aus beiden Kommunen bestaunten hochwertige Nachbildungen der über 700 Jahre alten Reichsinsignien aus Zepter, Reichsapfel und Krone. Durch die Initiative des Roßhaupter Gemeinderats um Bürgermeister Borivoij Vrabec wurden die Schaustücke an die Grenze geholt.

Werk eines Kunstschmieds


Die Nachbildungen der Herrscherrelikte stammen von Kunstschmied Ivo Rudolf aus Becov nad Teplou (Petschau). Bürgermeister Vrabec informierte Amtskollegin Margit Kirzinger sowie deren Stellvertreter Markus Bauriedl und Johannes Zeug, über die Hintergründe. Es handelt sich um handgeschmiedetes Eisen, mit Blattgold überzogen und Halbedelsteinen bestückt. Die Verbindung zu dem Kunsthandwerker entstand durch die Auftragsvergabe zur Ausstattung der neuen Gedenkstätte aus der einstigen Roßhaupter Kirchenruine. Rudolf hatte dort den Kronleuchter mit seiner aussagekräftigen Symbolik gefertigt. Am Treffen in der Nachbargemeinde nahm auch die CSU-Fraktion um Sprecher Stefan Harrer teil.

Die Machtzeugnisse des böhmischen und römisch-deutschen Kaisers Karl IV. nehmen im Original in der aktuellen Landesausstellung einen bedeutenden Platz ein.

Karl IV. gehörte zu den bedeutendsten und facettenreichsten Herrschern im Verlauf der böhmischen und bayerischen Geschichte. Bis 25. September gastierte die Schau in Prag, ab 20. Oktober wird sie im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg zu sehen sein. Rund um die Ausstellung gab es auch ein umfangreiches Begleitprogramm.

Der Marktrat Waidhaus hatte sich bereits im Frühsommer für eine Teilnahme am tschechischen Projekt "Meilensteine der Zeit" entschieden. Künstlerisch bearbeitete Monumentalsteine entlang der Goldenen Straße zwischen Prag und Nürnberg sollen die Bedeutung der Strecke verdeutlichten. Tschechische Künstler haben diese Meilensteine geschaffen, die auf tschechischer Seite bereits vermehrt anzutreffen sind. Mit der Anschaffung eines solchen Steins sind die Aufnahme in die neue Übersichtskarte und die Buchung der Wanderausstellung zu Kaiser Karl IV. verbunden. Die Kosten betragen rund 2500 Euro. Überdimensionale Plakate an der Pilsner Straße weisen seit kurzer Zeit auf die Ausstellung hin.
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