Theaterverein „Dorfbühne“ bildet sich weiter
Schauspieler rollen heran

Theorie und Praxis zu Auftragetechniken sowie Anatomie und Anwendung in der Praxis lernten die Teilnehmer im Gymnastikraum kennen. Bild: fjo
Kultur
Waidhaus
25.02.2016
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Schauspieler sind wie Feuerwehrleute: Sie müssen immer bereit sein, sich in allen Bereichen weiter zu entwickeln. Nur so wird Theater lebendig.

Ein intensives Wochenende bot der Theaterverein "Dorfbühne" dieses Mal nicht den Zuschauern, sondern den Schauspielern selbst. Als stellvertretendem Bezirksvorsitzenden gelang es Regisseur Josef Kleber, zwei Fortbildungsmaßnahmen des bayerischen Amateurtheater-Verbandes nach Waidhaus zu holen.

Neben der Theatergruppe Tiefenbach und den Freunden aus Mühlhausen nahmen Gruppen aus dem niederbayrischen Hutthurm und den oberbayrischen Scheyern sowie Pfraundorf Anreisen von über 300 Kilometer auf sich. "Fortbildungsmaßnahmen haben im Verband einen hohen Stellenwert, um die Qualität der Theaterarbeit immer wieder zu verbessern", sagte Spielleiter und Regisseur Kleber am Samstagmorgen: "Genauso wie ein Feuerwehrkommandant froh ist über eine gute Mannschaft und Ausrüstung, müssen auch Spielleiter und Theaterverantwortliche daran interessiert und bereit sein, ihr Ensemble in allen Theaterbereichen zu fördern, auszubilden und weiter zu entwickeln."

Mit gleich zehn Teilnehmern beim Kurs "Rollenarbeit" und fünf weiteren im Kurs "Maske" stellte die "Dorfbühne" zwar die Mehrzahl, doch weitere fünf Vereine bestätigten den Wert des Angebots. Teil eins nutzte den Gymnastikraum und Teil zwei die Turnhalle im Schulgebäude. Sacha Anema führte durch das Wochenende und startete mit vielen Aufwärmübungen für Stimme und Rolle.

Das Weiße im Textbuch


Die Holländerin zeigte verschiedene Methoden zum Herangehen an eine Rolle: "Ein Schauspieler kann mehr sein als eine Marionette des Regisseurs." Er sollte sich mit der Rolle identifizieren können, deshalb sollte er sich damit auseinandersetzen: "Wer ist die Figur, und wo lebt sie? Was hat sie schon erlebt? Was und wie denkt sie? Woher kommt sie; aus welchen Umfeld?" Möglich sei aber ebenso eine "Fütterung von außen" mit Gefühlen, Emotionen und Einschränkungen. Dazu gab die Regisseurin und Diplom-Schauspielerin allen Teilnehmern mit auf den Weg: "Die Aufgabe des Schauspielers ist nicht nur, den Text zu sprechen, sondern noch wichtiger ist es, das Weiße im Textbuch zu erkennen, zu definieren und dem Publikum rüber zu bringen. So wird Theater lebendig."

Das probierten die Laienspieler immer wieder gleich zu zweit oder in kleinen Gruppen mit anschließender Analyse aller Teilnehmer aus. Es war ein langer und lehrreicher Samstag, der um 10 Uhr startete und erst um 19 Uhr endete. Danach ging es gemeinsam in die Pizzeria "Fünferl", wo noch fast bis Mitternacht ein reger Erfahrungsaustausch stattfand. Das Programm am Sonntag startete um 9 Uhr und dauerte bis 14 Uhr.

Als zweite Kursleiterin unterrichtete Anja Schnatmann im Gymnastikraum. Bürgermeisterin Margit Kirzinger nahm sich ausgiebig Zeit, um beiden Referentinnen über die Schulter zu schauen. Sie freute sich, dass diese Kurse in Waidhaus stattfanden und bedankte sich für die Organisation bei Kleber. Dazu stellte Kirzinger Waidhaus als "kulturell aufgeschlossenen Markt vor" - unter Hinweis auf den Musikverein, das "Weydhauser Fähnlein" und natürlich die "Dorfbühne", die sich neben der Theaterarbeit "auch viel in die Waidhauser Vereinswelt integriert und mitarbeitet".

Nachlese am Dienstag


Kleber bedankte sich - auch im Namen des Bezirksvorsitzenden Guido Rind - bei Schule und Gemeinde für die Nutzung des Gebäudes. Eine Nachlese des Wochenendes schloss sich am Dienstagabend bei Regisseur Kleber an. Die beiden Referentinnen und die Teilnehmer waren alle "sehr zufrieden". Und so war allen bereits eines klar: Nächstes Jahr soll es wieder mindestens zwei Theaterkurse in Waidhaus geben.
Ein Schauspieler kann mehr sein als eine Marionette des Regisseurs.Sacha Anema
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