Waidhaus feiert Max-Reger-Tage – Kammerkonzert in der Autobahnkirche
Jugendliches Feuer

Aleksandra Manic (Violine), Christina Strimbeanu (Viola) und Rebecca Krieg (Violoncello) erfüllen die Autobahnkirche mit feurigem Tangoklängen. Bild: Reinhold Tietz
Kultur
Waidhaus
22.06.2016
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Drei junge Frauen, die mit Vehemenz und Gefühl ihr Instrument spielen - was will man mehr? Aleksandra Manic (Violine), Christina Strimbeanu (Viola) und Rebecca Krieg (Violoncello) zeigen während ihres Kammermusikabends in der gut gefüllten Autobahnkirche, dass jede Menge musikalischer Energie in ihnen steckt.

Genau zum 100. Todestag Max Regers ertönt in der Autobahnkirche feine Kammermusik für ein Streichtrio. Veranstalter sind die Organisatoren der Max-Reger-Tage in Weiden in Zusammenarbeit mit dem Katholischen und den Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinden Waidhaus.

In Balance


Ausgewogen im Klang, auf gelungenes Zusammenspiel bedacht und immer eine eindeutige Darstellung der Gedanken des Komponisten verwirklichend, bieten sie ihren Zuhörern einen genussreichen Abend voll schön dargestellter musikalischer Aussagen. Das beginnt bereits in der "Serenade C-Dur" op. 10 von Ernst von Dohnanyi, mit der das Programm eröffnet.

Die vier Sätze des Werks tragen die Musikerinnen in angemessener Gestaltung vor. Das gilt für den feurigen und doch melodiösen Marsch, für die Romanze, die passend mit einem wunderbaren Bratschensolo eingeleitet wird, für das sehr rasche Scherzo, für das Thema mit unterschiedlichen Variationen und für das furios dahingleitende finale Rondo.

Zum Gedenken an Max Reger folgt im Programm sein "Streichtrio A-Moll" op. 77b. Natürlich mit komplizierten Themen und deren Gestaltung, aber eben auch mit klangvollen Tonsequenzen. Das prägt die feurigen Passagen im Allegro agitato, die elegischen Ausdrucksweisen des Larghetto, das rasche Scherzo und das wilde Finale. Man bewundert den kompromisslosen Einsatz der Spielerinnen, diese Musik an ihre Zuhörer zu vermitteln. Nach der Pause hört das Publikum Einzelsätze und kürzere Stücke. Die Streicherinnen spielen zunächst den Anfangssatz aus dem "Divertimento Es-Dur" KV 563 von Wolfgang Amadeus Mozart - insgesamt mit Verve, wobei sie sowohl die virtuosen Passagen wie auch die ruhigeren Einschübe überzeugend vortragen.

Feurig und schnell


Es schließen sich drei Bearbeitungen für ein Streichtrio an. Von Christoph Willibald Gluck kommt die "Melodie", der Mittelsatz des "Reigens seliger Geister" aus der Oper "Orpheus und Eurydike", in ruhiger Stimmung zu Gehör. Nun kommt für das Cello ein berühmtes Solo: "Der Schwan" aus dem "Karneval der Tiere" von Camille Saint-Saens bietet Rebecca Krieg die Chance, die Tonfülle ihres Instruments vorzustellen. Geige und Bratsche begleiten sensibel.

Schließlich folgt der Tango "Brejeiro" von Ernesto Nazareth, den die Musikerinnen in bester lateinamerikanischer Manier darstellen. Als Zugabe erklingt der Tango nochmals, und zwar um einiges schneller. Also noch feuriger gespielt, aber mindestens ebenso gekonnt vorgetragen. Ein wunderbarer Konzertgenuss, vermittelt von drei absoluten Könnerinnen, geht damit zu Ende.
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