Waidhauser Feuerwehr: Einsatz wegen Wallach an der Brücke in Pfreimd
Drama um Doni

Alleine kam Wallach Doni aus dieser Zwangslage nicht heraus. Erst als später sieben Feuerwehrleute, Polizisten, ein Tierarzt und ein Landwirt mit anpackte, kam das Tier auf der Pfreimdbrücke bei Hörlmühle wieder zum Stehen.
Kultur
Waidhaus
05.08.2015
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Fehltritte von Männern versetzen Frauen in helle Aufregung. Nicht anders erging es am Dienstagnachmittag drei Reiterinnen, nachdem ein Wallach auf einer Brücke über die Pfreimd ausgerutscht war. Die Folge war ein größerer Einsatz von Polizei und Feuerwehr.

Zweieinhalb Stunden bangte Eva-Maria Springer mit ihrem Mann und zwei Freundinnen, ob es Waidhauser Feuerwehrleuten gelingt, ihren "Donauzaren", kurz Doni, zu befreien. So heißt der neunjährige Wallach der 59-Jährigen aus Höchstädt an der Donau.

Feuerwehr befreit Ross

Doni war mit zwei anderen Pferden und deren Besitzerinnen auf einer Wanderreit-Tour von Schneeberg nach Waidhaus unterwegs. In der Nähe der Hörlmühle mussten sie die Pfreimd überqueren. Statt der Furt wählten sie die etwa einen Meter breite und zehn Meter lange Holzbrücke. Die beiden anderen Pferde waren schon am anderen Ufer, als der Wallach plötzlich einknickte und sich mit dem Hinterlauf zwischen Geländer und Brückenbohlen verhedderte. Vergeblich versuchte er aufzustehen und bekam langsam Panik. Das führte dazu, dass sich Doni schließlich auch noch den Vorderlauf einklemmte. "Wir hatten alle Angst, dass etwas gebrochen ist", schildert Eva-Maria Springer die Versuche, das Ross mit Hilfe von zwei B-Schläuchen der Feuerwehr aus seiner Zwangslage zu ziehen. Ein Schlauch war um den Brustkorb gelegt, der andere unter den Hintern. Per Hand versuchten sieben Floriansjünger das Pferd zu befreien. Dabei scheuerte sich Doni Vorder- und Hinterlauf an den Brettern immer weiter auf.

Zum Glück waren Tierarzt Dr. Helmut Fischer aus Schönsee und Feuerwehrmann Bernhard Zenk vor Ort. Fischer spritzte Doni ein Beruhigungsmittel. Zenk ist selbst Pferdebesitzer und wies seine Kameraden an, wie sie zupacken müssen. Der Einsatz eines Autos kam dabei nicht in Frage - zu gefährlich für Tier und Brücke. Also musste Muskelkraft ran. Nach zweieinhalb Stunden war es schließlich geschafft.

"Die waren wirklich wahnsinnig nett", dankte die Besitzerin den Floriansjüngern. Gleiches gilt für Landwirt Hermann Träger. Er kam mit Kanthölzern und weiteren Balken an die Unfallstelle. Mit Hilfe dieser Bretter bastelten die Retter ein Konstrukt, an dem Doni Halt fand und seine Beine aus der Klemme ziehen konnte.

Eine Woche Klinik

"Doni ist das Pferd meines Lebens", atmet Springer auf. Der reinrassige Thrakener ist nicht irgendeiner, sondern ein Neffe von Totilas, der als das deutsche Wunderpferd schlechthin gilt (Hintergrund). Nun ist der Donauzar für etwa eine Woche in der Pferdeklinik Thierlstein bei Cham. Die gute Nachricht: Es ist nichts gebrochen. Die schlechte: Es wird dauern, bis die tiefen Fleischwunden verheilt sind. Ärzte beobachten nun über mehrere Tage die Schwellungen. In wie weit das Pferd traumatisiert ist, muss sich noch herausstellen. Seine Herrin ist ganz zuversichtlich: "Doni ist eigentlich nervenstark. Ich könnte mir aber vorstellen, dass er so bald nicht mehr über eine Holzbrücke geht."
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