Arbeitsplätze gefährdet

Das Binnenzollamt Waidhaus könnte bald nur noch eine mobile Abfertigungsstelle beherbergen. Bild: fjo
Lokales
Waidhaus
21.02.2015
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Die Berichte zur möglichen Schließung des Zollamts im Autohof bleiben in Waidhaus nicht ohne Echo. Bürgermeisterin Margit Kirzinger warnt sogar vor den Verlust von Arbeitsplätze bei der Zollverwaltungen und den Spediteuren.

Nicht tatenlos nehme die Waidhauser Verantwortlichen ein vom Regensburger Hauptzollamt aufgeworfenen Verzicht auf das Binnenzollamt im Autohof an der Autobahnausfahrt hin. Bürgermeisterin Margit Kirzinger verfasste eine Resolution, die sie in der jüngsten Marktratssitzung öffentlich machte.

Erst aus dem "Neuen Tag" habe sie von der geplanten Neustrukturierung beim Zollamt Waidhaus erfahren. Als mögliches Szenario werde diskutiert, den Zollstandort beizubehalten, jedoch dem Zentralamt Amberg zuzuordnen. Dies bedeute eine Weiterführung des Betriebs in Form einer mobilen Abfertigungsstelle. Diese sieht die Bürgermeisterin aber kritisch: "Das kann Waidhaus als Wirtschaftsstandort direkt an der tschechischen Grenze und an der Autobahn A 6 nicht akzeptieren."

Keine Alternative

Unternehmer sähen die mobile Lösung nicht als Alternative. "Vor allem in Hinblick auf den zu gewährleistenden zeitlichen Vorlauf zwischen Anforderung und Abfertigung sind die Erwartungen der Firmen höchst unterschiedlich und bei mobilen Stellen schwierig zu koordinieren."

Gespräche mit betroffenen Spediteuren hätten ihr vielmehr stichhaltige Argumente geliefert, die für den Erhalt des Zollamtes Waidhaus in unveränderter Form sprächen. Die Rathauschefin verwies darauf, dass "die Abfertigungszahlen in Waidhaus seit Jahren steil ansteigen und der Standort an einer der drei europäischen Magistralen nach einhelliger Meinung aller Spediteure von herausragender Bedeutung ist".

Ein einheitliches hohes Niveau bei der Abfertigung könne durch eine mobile Abfertigung "eben nicht" gewährleistet werden. Der Zollstandort in seiner bisherigen Form bringe vielmehr Vorteile für die Spediteure. Zum einen stünden ausreichend Parkplätze zur Verfügung und die Beschäftigten verfügten über ein hervorragendes Fachwissen. Auch die Auslastung sei mit "sehr gut" zu bezeichnen. Und die Öffnungszeiten beurteilt Kirzinger als kundenorientiert. "Der Zollstandort ist für die Spediteure ein verlässlicher, kalkulierbarer Dienstleister und als Anlaufstelle für Abfertigungsfragen unverzichtbar."

Zur kontinuierlichen Auslastung der Dienststelle trage ebenso die erst 2014 installierte Kfz-Steuer-Kontaktstelle bei. Die Bürgermeisterin verwies auch auf die Gefahr, dass mittelfristig auch qualifizierte Arbeitsplätze bei den Zollverwaltungen und den Spediteuren verloren gehen. Im Kampf gegen die Abwanderung der Bevölkerung sei dies in keiner Weise hilfreich.

Ländlichen Raum stärken

Eindeutig fällt deshalb das Schlussplädoyer der Resolution aus: "Ich bitte Sie daher, von den geplanten Änderungen Abstand zu nehmen und das Zollamt Waidhaus in seiner bestehenden Form weiterzuführen. Die Stärkung des ländlichen Raums ist unser allgegenwärtiges Thema. Helfen Sie uns bei unseren Bemühungen unsere Region zu stärken."
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