Brennpunkt Waidhaus

Lokales
Waidhaus
29.12.2014
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Die frohe Kunde einer Personalzuteilung für die Polizeiinspektion Fahndung (PIF), die damit im kommenden Jahr mit einem jungen Mann mehr auf Streife gehen kann, war fast wie ein Weihnachtsgeschenk zu verstehen.

Polizeihauptkommissar Robert Brenner teilte diese Nachricht freudestrahlend den politischen Gästen der CSU beim Vorweihnachtsbesuch in seiner Dienststelle in Vertretung des Leiters der PIF, Erstem Polizeihauptkommissar Siegfried Meckl, freudestrahlend mit. Zur PIF-Dienststelle waren dazu auch die Bundespolizeibeamten und Dienstgruppenleiter Martin Gmeiner und Michael Müller in Vertretung des Polizeidirektors Uwe Landgrebe sowie Zollamtmann Manfred Schneider als Chef der Kontrolleinheit Verkehrswege von der Zollbehörde gekommen.

CSU-Kreistags-Fraktionssprecher Stephan Oetzinger will auch künftig an der Tradition seines Vorgängers Albert Nickl festhalten und mit einer CSU-Delegation kurz vor Weihnachten den Dank an die Behördenvertreter von Zoll, Bundespolizei und der Polizeibeamten der (PIF) übermitteln, ihnen Zeit schenken und sich der brennenden Sorgen und Nöte der Organisationen annehmen.

Mit 110 Jahren weniger fit

Vor allem wollten die Teilnehmer ihre Wertschätzung gegenüber den diensthabenden Beamten zum Ausdruck bringen. "25 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs ist Waidhaus mehr denn je die Drehscheibe Europas", versicherte Albert Nickl. Höhen und Tiefen prägten die vergangenen 25 Jahre der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit auf beiden Seiten. Die Behörden in Waidhaus sieht Nickl als wichtigen Faktor für Arbeitsplätze. Über die Stellenzuweisung sei Brenner deshalb so erfreut, weil junges Blut das Durchschnittsalter senke. "Eine Streife mit zwei Beamten und insgesamt 110 Jahren kann nicht mehr das gleiche leisten wie jüngere Kollegen." In die Polizei werde seitens der Bevölkerung großes Vertrauen gesetzt. Laut Brenner sei die Ist-Stärke der PIF mit 43 Beamten zufriedenstellend. Dadurch sei es möglich, zwei Streifen auf Fahrt zu schicken.

Die Ohren spitzten die Politiker gehörig, als sie von den Beamten vernahmen, dass sich die Vertriebswege der Drogenkonsumenten in der Vergangenheit änderten. Den "Ameisenverkehr" wie noch vor einigen Jahren gebe es so nicht mehr, erklärte Brenner. Der illegale Basar finde mittlerweile größtenteils im Internet statt. Der Drogenkauf scheint dort einfach, und mit ausgeklügelter Verpackung kommt das Päckchen vorbei am Zoll zu Hause an. Eine Schwachstelle, die Zollamtmann Schneider ebenso deutlich anspricht. Um entsprechende Kontrollen in der Praxis im Kampf gegen Drogen machen zu dürfen, brauche es klare Entscheidungen der Gesetzgeber. Drogendealer machten sich diese Lücke zunutze. Das Internet sei schnell und die unterschiedlichen Gesetzeslagen in den Ländern erschwerten es den Behörden zusätzlich, Drogendealer zu verfolgen. Das gleiche gelte für den Pakethandel mit Waffen oder Sprengstoff. "Das Postgeheimnis steht über allem."Pakete dürften nicht einfach von den Behörden geöffnet werden, selbst dann nicht, wenn ein berechtigter Verdacht bestehe. "Dadurch werde die Aufklärung der Drogenkriminalität zu einer Suche im Heuhaufen", so die Beamten. Die Drogentendenz, erklärten die Vertreter, sei in der Region weiterhin steigend.

Unterstützungs-Einsätze

Nach wie vor unterstützen 30 bis 35 Leute der Bundespolizei Waidhaus als sogenannte "Geberdienststelle" den Flughafen München oder werden zur Unterstützung der Bundespolizei nach Rosenheim abgeordnet, erklärte der Bundespolizeibeamte Michael Müller. Aktuell sind 258 Beamte im operativen Dienst tätig. Unterstützungseinsätze in Nürnberg oder bei durchreisenden Fußballfans kämen außerdem hinzu. Zur Sprache kam ebenso die steigende Gewaltproblematik.
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