Die Spiele können beginnen

Gemeinsam musizieren Bürgermeisterin Margit Kirzinger (Dritte von rechts) und Pfarrer Georg Hartl (rechts) in der Bläsergruppe "Atemnot", die sich am Samstag erstmals der Klassifizierung beim großen Musikantentag. Bild: fjo
Lokales
Waidhaus
23.10.2015
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Das gibt es vermutlich nur in Waidhaus: Bürgermeisterin und Pfarrer blasen dem Publikum in harmonischer Eintracht den Marsch. Am Wochenende wird es aber ernst für die beiden und ihre musikalischen Mitstreiter des Ensembles "Atemnot".

Das Ensemble des Musikvereins, deren Mitglieder sich am ehesten als "Spätberufene" bezeichnen lassen, ist wohl einzigartig in der Region. "Atemnot" heißt diese außergewöhnliche Formation. Nach reiflicher Überlegung und noch weit mehr intensiven Proben entschieden sich die Mitglieder zur erstmaligen Teilnahme am Wertungsspiel des Nordbayerischen Musikbundes. Am Samstag, 24. Oktober, ist es soweit.

Häufige Atemnot

Ein Großteil der Instrumentalisten begann mit dem Musizieren erst im fortgeschrittenen Erwachsenenalter. Eingefädelt hat das Ganze Hermann Mack. Seit Jahren predigt und lebt der musikalische Leiter das Üben und Proben. So mussten auch die Älteren irgendwann in eine gemeinsame Schar gepackt werden. Das Orchester war geboren und die anfänglich noch häufige Atemnot der überwiegend aus Blasinstrumenten bestehenden Musiker spiegelt sich zunächst nur scherzhaft, doch bald bleibend, im Namen wider.

Margit Kirzinger gehört seit der ersten Stunde dazu. Jetzt, wo sie Bürgermeisterin ist, tritt sie kaum kürzer. Das gemeinsame Musikmachen gehört bei ihr zum festen Bestandteil jeder Woche. Mit dem Saxofon sitzt die stellvertretende Landrätin in der ersten Reihe, das verlangt die Registerbesetzung so. Nur zwei Stühle weiter hat Pfarrer Georg Hartl, dem es seit ein paar Jahren das Waldhorn angetan hat, seinen Platz gefunden. Und so üben sich die beiden Seite an Seite in zumeist gleichen Tönen, und stets derselben Melodie.

In den vergangenen Wochen standen meist nur zwei Stücke auf dem Probenplan: "Sound of Spring" und "Praise the Lord". Mit diesen beiden Titeln will die Gruppe, deren Leitung Mack schon vor geraumer Zeit an Gerlinde Gläser abgegeben hat, den Sprung in die Klassifizierung schaffen. Die Waidhauser sind um 9 Uhr als erstes Ensemble dran, um in die Unterstufe einzutreten.

Den ganzen Tag lang stellen sich dann große Orchester den Wertungsrichtern, darunter bekannte Ensembles wie das "Symphonische Blasorchester" aus Neukirchen am Brand, die Trachtenkapelle Hohenburg oder die Stadtkapelle Freystadt. Dem Waidhauser Musikverein gelang es, das Wertungsspiel des Nordbayerischen Musikbundes im Grenzmarkt zu etablieren. Zwischen 9 und 15 Uhr spielen die Kapellen bei freiem Eintritt in der Schulturnhalle.

Die Zuhörer dürfen sich auf ein außergewöhnliches Ereignis freuen, bei dem die Musiker alles geben werden: Wer sich diesem Wettbewerb stellt, will nicht mit leeren Händen nach Hause gehen. Mit jeweils zwei prägnanten Titeln treten die Orchester an. Ein Stück ist selbst gewählt, das andere vorgegeben.

Sprung in die Höchststufe

In der gleichen Kategorie, wie "Atemnot" tritt lediglich noch das Nachwuchsorchester der Musikkapelle aus Ursensollen gleich im Anschluss an. Danach geht es bereits in die Oberstufe, und auch hier machen die Gastgeber mit dem "Großen Vereinsorchester" den Auftakt. Mit dem Pflichtstück "Alcazar" und der "Shaker Heights Fantasy" träumen die seit Wochen eifrig probenden Instrumentalisten mit ihrem Dirigenten Hermann Mack vom längst überfälligen Sprung in die Höchststufe. Auch Vorsitzender Manfred Eberlein sitzt mittendrin in diesem Ensemble und genießt das angenehme Zusammenspiel im Mix zwischen jungen und alten Musikern.
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