Eine Nase für Spürnasen

Sigmund und Andrea Gilch (von rechts) bilden seit Jahren Schäferhunde aus. Sowohl für die Polizei, als auch für Privatbesitzer. Bild: hfz
Lokales
Waidhaus
24.04.2015
69
0

Die Hells Angels in Amerika setzen ein Kopfgeld auf den Schäferhunde-Rüden Irk aus. Schließlich hatte er ein Haus des Rockerclubs hochgenommen, in dem Kokain und Gold gefunden wurden. Der Waidhauser Sigmund Gilch hat die Spürnase ausgebildet.

Irk war so gut, dass ihn die Gesetzeshüter in den USA von einem Bundesstaat in den anderen fliegen ließen. Laut Gilch hat er seinem Hundeführer mehrmals das Leben gerettet. Solche Geschichten kennt der 64-jährige Waidhauser viele. Denn vor rund 30 Jahren hat er mit einer Schäferhunde-Zucht begonnen, seit zwei Jahrzehnten gibt es die Hundeschule-Pension "Villa Vista", die er und seine Tochter Andrea betreiben.

Sogar Bomben aufgespürt

Beide bildeten Dutzende Drogenspür-, Sprengstoff- und Brennstoffhunde und ihre Führer für die deutsche, tschechische und amerikanische Polizei aus. Diese Tiere haben zahlreiche Täter überführt, Drogen gefunden und Bomben entdeckt. Deutlicher wird das anhand eines anderen Falls, der sich laut Sigmund Gilch zugetragen hat: Ein Flüchtiger kann samt Helikopter und Wärmebildkamera nicht dingfest gemacht werden. Also nimmt ein Spürhund die Fährte auf und findet den Verbrecher nach rund 20 Kilometer Verfolgung in einer Hütte. So ein Näschen ist nicht zu ersetzen.

Zum Engagement in Amerika kam es im Übrigen, weil Sigmund Gilch 1989 einen Schäferhund in die Staaten verkauft hatte. Bald darauf erhielt der Waidhauser einen Anruf vom Zucht-Vorsitzenden Kaliforniens, der fragte, wer denn den Hund ausgebildet habe. So kam es, dass Gilch und später auch seine Tochter mehrmals im Jahr in die USA reisten und Hunde ausbildeten.

Seit 2010 sind die Gilchs aber nur noch in Deutschland aktiv. Leidenschaftliche Ausbilder und Hundeliebhaber sind sie nach wie vor. Sigmund Gilch hält fünf Schäferhunde: Quenna, Lambo, Puis, Askan und Sweety, seine Tochter Andrea zwei und einen Zwergspitz. Zu den Unterschieden sagt Tochter Andrea: "In Amerika wird der Hund nicht als Gegenstand angesehen, sondern als Polizist." Auch wenn das Tier nicht mehr im Einsatz sei, bleibe es bei der Familie. "Wenn ein Hund abgestochen oder erschossen wird, gibt es eine Beerdigung wie bei einem normalen Polizisten auch."

Andrea Gilch plädiert dafür, dass Hunde in Deutschland vermehrt eingesetzt werden. Am Flughafen etwa, um etwa Drogen aufspüren. Um die Tiere gut ausbilden zu können, müssen sie mehrere Eigenschaften mitbringen. Zum einen Talent. Zum anderen muss es gut sozialisiert, trittsicher in allen Lagen (beispielsweise auf Blech oder Treppen), furchtlos und nicht zu aggressiv sein.

Den richtigen Riecher

Die Gilchs haben eine Nase für geeignete Spürnasen. Das ist auch wichtig. Es ist nicht auszudenken, wenn ein Sprengstoffhund im falschen Moment zubeißt.
Weitere Beiträge zu den Themen: April 2015 (8563)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.