Einzige Autobahn mit Namen

Mit vielen Details, Wissenswertem und historischen Schmankerln faszinierte Pfarrer Georg Hartl (Mitte) die Teilnehmer des Sonntagsspaziergangs. Bild: fjo
Lokales
Waidhaus
13.11.2014
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Bei der Glashütte in Frankenreuth lebten früher viele Spatzen, die vom Aufenthalt in den rußigen Gebäuden ziemlich schwarz waren. Flog nun einer dieser Vögel nach Waidhaus, so erkannten ihn die Leute sofort als "Hüttnerer Spoutz".

Noch heute ist dieser Neckname in der Marktgemeinde ein gängiger Begriff. Josef Schmidt, ein Hüttnerer, erklärte die Bedeutung beim Sonntagsspaziergang mit Pfarrer Georg Hartl.

Täglich in der Kapelle

19 Teilnehmer brachen beim Kriegermahnmal in Richtung "Bäckeröd" auf und legten am Pinterkreuz den ersten Stopp ein. Dann ging es weiter zur Gaststätte "Zur Glashütte". Dort erzählte der Geistliche die Geschichte des ehemaligen großen Glasbetriebs in Frankenreuth. In der Kapelle informierte er, dass die Glasmacher täglich vor der Arbeit das Kirchlein aufgesucht hatten. Die Figur des Brückenheiligen Johann von Nepomuk spornte den Windischeschenbacher Dr. Werner Brunner an, Historisches über den "Heiligen des Beichtgeheimnisses" zu berichten.

Auch am alten Grenzübergang an der Waidhauser Landstraße gab es viel zu erzählen. Etwa von der Nacht zum 21. Dezember 2007. Damals hatten sich 25 Waidhauser mit Fackeln von der Pfarrkirche aus auf der Landstraße zum Übergang gemacht. Aber bereits wenige Sekunden nach Mitternacht drehten die Beschäftigten sämtliche Lichter aus, seitdem ist die Anlage völlig verwaist. Nicht nur Autos, Lastwagen oder Busse überqueren bei Waidhaus die Grenze, ebenso Strom, Rohöl und Erdgas. Seit diesem denkwürdigen 21. Dezember 2007 ist auch der Übertritt quer durch den ehemaligen Eisernen Vorhang zum Wandern, Schwammerl suchen, Fahrradfahren oder Spazierengehen wieder gestattet.

Anfang Februar 2006 war die Spedition Willi Betz im Ausnahmezustand. Durch Schneemassen drohte die 80 Meter lange und 27 Meter breite Lagerhalle einzubrechen. Ein Statiker gab jedoch Entwarnung. Die Dächer des Polizeigebäudes und die Überdachung des alten Grenzübergangs mussten jedoch abgeschaufelt werden, ebenso die Schulhausdächer. Die Waidhauser Feuerwehr allein brachte es in diesem Winter auf außergewöhnliche 190 Stunden Schnee-Einsatz.

Weiter ging die Tour im Osten der Marktgemeinde zu den beiden Windrädern mit je 1300 Kilowatt Leistung. Die Bauarbeiten hatten im Juli 2000 begonnen. Rund 2,4 Millionen Mark kosteten die Anlagen mit einer Nabenhöhe von 60 Metern und einem Rotordurchmesser von 62 Metern.

Nach Kaiser benannt

Auf der alten Salzstraße führte die Route bis zur Abzweigung zum "Römmererhäusl" und dann zur Autobahn "Via Carolina". Laut Pfarrer Hartl ist es die einzige deutsche Schnellstraße mit einem richtigen Namen, benannt nach Kaiser Karl IV. Die beiden Kunstwerke auf deutscher und auf tschechischer Seite stammen vom Pressather Künstler Helmut Langhammer.

Vorbei am Weiler Haselruh, an dem einst der erste Sonntagsspaziergang begonnen hatte, kam die Gruppe über Froschlohe wieder zurück zum Marktplatz.
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