Floriansbrunnen (k)ein Hundeklo

Häufchen und Haufen an allen Ecken und Enden: Die neue Anlage rund um den Floriansbrunnen ist zu einem Hundeklo verkommen. Bürgermeisterin Margit Kirzinger ist stinksauer. Bild: fjo
Lokales
Waidhaus
30.03.2015
2
0

"Als ich mich selbst davon überzeugen wollte, musste ich feststellen: Das ist wirklich furchtbar." Richtig aufgebracht zeigt sich Bürgermeisterin Margit Kirzinger vom Zustand der neuen Anlage rund um den Floriansbrunnen.

Was noch vor wenigen Monaten als "Schmuckstück im Ortskern" gefeiert wurde, sei zu einem "gemiedenen Schandfleck" verkommen. "Wir haben diesen Platz dort mit so viel Geld so schön gemacht. Es kann doch nicht sein, dass aus dieser Anlage ein Hundeklo wird."

Auf bestimmten Wegen, die besonders betroffen sind, sei diese Situation jedem bekannt. Dass es nun aber binnen so kurzer Zeit auch die Ortsmitte treffe und dieser Flecken missbraucht würde, werde sie keinesfalls dulden: "Wir machen uns so viel Mühe, wir pflanzen und hegen und dann muss das doch nicht sein."

Dreck mitten im Ort

Erschrocken sei sie vor allem, weil es sich nicht um wenige Haufen handle, sondern um "richtig viele: Mitten im Ort bleibt das liegen. Da müssen wir uns einfach wehren." Deshalb habe sie kein Problem damit, dass künftig ein Ordnungsgeld verhängt werde. Freilich ginge dies nur, wenn jemand auf frischer Tat ertappt wird: "Das ist etwas, was bei der Sache nicht einfach ist." Mehr Erfolg erwarte sie sich deshalb aus einer anderen Richtung: "Wir werden deshalb jetzt auch planen, dort nun Ständer mit Tüten aufzustellen, inklusive Entsorgungsbehälter. Man wird nicht jeden damit erreichen, das ist mir auch klar." Doch zumindest möchte die Kommune die Hundebesitzer animieren, dass eine Entsorgung dazugehöre. Auch wenn sich Kirzinger bewusst ist: "Es wird immer wieder Unvernünftige geben."

Landkreisweit mehre sich das Problem, wusste sie aus jüngsten Gesprächen mit Bürgermeisterkollegen. Und bei der jüngsten Bürgermeisterversammlung wäre sogar der rechtliche Hintergrund durch einen Justiziar des Landratsamtes beleuchtet worden: "Das macht die Situation aber keinesfalls einfacher, eher umgekehrt." Die Verursacher direkt darauf ansprechen, halte sie deshalb für ein wichtiges Anliegen, welchem nicht nur sie nachkommen werde.

Die Bürgermeisterin warb um die Unterstützung der gesamten Bevölkerung. Ihr Dank galt deshalb all jenen Hundebesitzern, die mit ihren Hunden verantwortungsvoll Gassi gingen, ihre Tüten im Gepäck hätten und Hundekot nicht einfach irgendwo liegen ließen: "Ich bedanke mich bei allen Hundebesitzern, die es vorbildlich machen. Derer gibt es genügend. Aber es gibt auch wirklich andere, die sich keinen Deut darum scheren, dass dies dann überall herum liegt."

Keine Kamera

Es habe auch Lösungsvorschläge derart gegeben, eine Kamera zur Aufzeichnung anzubringen. Soweit wolle sie aber keinesfalls gehen, denn kein Bürger wolle ständig beobachtet werden: "Das kann es nicht sein. Wir wollen hier wirklich zunächst an die Vernunft appellieren."
Weitere Beiträge zu den Themen: März 2015 (9461)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.