Fußgängerzone für Pfrentsch

Trotz der historischen Bedeutung und Einmaligkeit des böhmischen Gewölbes im "Feilerstodl" in Reichenau gab der Marktrat ein Statik-Gutachten in Auftrag. Bild: fjo
Lokales
Waidhaus
11.06.2015
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Die Pfrentscher leiden unter einem erhöhten Verkehrsaufkommen. Daher soll nun eine Fußgängerzone her. Die kostet aber deutlich mehr als geplant.

Weit gediehen ist die Planung der Fußgängerzone in Pfrentsch, denn die Ausbauarbeiten des sogenannten "Hammergrabens" standen zur Ausschreibung an. "Das Verkehrsaufkommen in Pfrentsch ist wirklich enorm gestiegen, und wer sich dort im Straßenraum bewegt, wird die Masse des Schwerlastverkehrs zudem am eigenen Leibe erfahren", betonte Bürgermeisterin Margit Kirzinger in der Marktratssitzung am Montag.

Über 17 000 Euro teuerer

Gegenüber der im Haushalt bereitgestellten Summe kommt es zu einer erheblichen Steigerung. Mit den geplanten 35 000 Euro lässt sich die Realisierung nicht machen. Von sechs angefragten Unternehmen gaben nur vier ein Angebot ab. Das günstigste kam von der Firma Holfelder aus Hinterbrünst mit 52 652 Euro. "Das ist bedeutend teurer, als unsere Schätzungen waren", war die Bürgermeisterin überrascht. "Das macht schon einen enormen Betrag aus, aber wir stehen bei den Pfrentschern in der Verantwortung." Sie empfahl deshalb, die Maßnahme "auch zu diesem Preis" umzusetzen. Das Sonderprogramm für Maßnahmen von Dorferneuerungen brachte CSU-Fraktionsvorsitzender Stefan Harrer ins Spiel. Kirzinger antwortete, dass es für eine "dritte Maßnahme" sehr eng werden dürfte. Gabi Wolf (CSU) plädierte trotzdem für eine Zurückstellung, weil im nächsten oder übernächsten Jahr 60 Prozent Zuschuss winken könnten. "Zwei Maßnahmen durften wir für das Sonderprogramm einreichen; das haben wir gemacht. Für diese erste Runde bringen wir Pfrentsch aber sicher nicht mehr unter", erklärte Geschäftsleiter Josef Forster.

"Es ist kein tragbarer Zustand mehr für die Bevölkerung. Beim Ortstermin waren wir alle der Meinung, dass eine Umsetzung so bald als möglich erforderlich ist. Jetzt wären wir endlich soweit, es in Angriff nehmen zu können, da können wir das nicht mehr länger hinausschieben", forderte SPD-Fraktionsvorsitzender Johannes Zeug. Außerdem verwies er auf die bereits ausgegebenen Planungskosten. Kirzinger sah das Aufheben der Ausschreibung im Nachhinein als problematisch. "Der Ausbau kommt doch unseren Schwächsten, den kleinen Kindern, vor allem zugute", argumentierte Wolfgang Bauriedl (Pfrentscher Liste). Mit 8:1 beschloss das Gremium schließlich die Maßnahme.

Gesamtpaket

Die entscheidende Wende bei der Abstimmung brachte aber erst ein Hinweis von Forster. Wegen der Geringfügigkeit handle es sich beim Angebot der Firma Holfelder um ein Gesamtpaket, zu dem auch die Asphaltierung zwischen Gewerbepark und Ortsteil Au gehöre. Auch hier seien alle Angebote deutlich höher als in der Ausschreibung gewesen. Während im Haushalt nur 60 000 Euro eingeplant sind, sei selbst das günstigste Angebot mit 123 041 Euro "bedeutend mehr", bestätigte Kirzinger.

Eine Nachfrage beim Ingenieurbüro habe ergeben, dass im Angebot auch das Teeren der beiden Stichstraßen im Ortsteil "Au" und zum Schäferhunde-Übungsplatz mit enthalten sei, ergänzte Forster. Dies würden mit rund 17 000 Euro zu Buche schlagen, hinzu kämen noch 6000 Euro für die geplante 30 Meter lange Ausweichstelle. 5000 Euro kosteten außerdem die Straßentrompeten. Gegenstimmen gab es keine.
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