Gemeinsam gegen Kriminelle

Manuel Rosenmüller (links) von der Polizeiinspektion Fahndung und Erik Hertelt von der Bundespolizei Waidhaus machten sich am Mittwoch zum ersten gemeinsamen Streifeneinsatz auf den Weg. Bild: tss
Lokales
Waidhaus
04.02.2015
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"Fahndung ist wie Angeln: Man muss viel Geduld haben", weiß Erik Hertelt von der Bundespolizei Waidhaus. Künftig kann er sich die Wartezeiten jedoch mit seinen Kollegen von der Schleierfahndung teilen.

Bundes- und Landespolizisten gehen ab sofort auch miteinander auf Streife. Am Mittwochmittag starteten Erik Hertelt und Manuel Rosenmüller von der Polizeiinspektion Fahndung (PIF) zu ihrem ersten gemeinsamen Einsatz. Zuvor hatten Michael Liegl vom Präsidium Oberpfalz und Uwe Landgrebe, Leiter der Bundespolizeiinspektion Waidhaus, den Kooperationsvertrag unterzeichnet.

"Win-win-Situation"

Beide sprachen in einer Pressekonferenz von einem Meilenstein im Kampf gegen das Verbrechen. Für Polizeihauptkommissar Robert Brenner, stellvertretender Chef der PIF, ist die Zusammenarbeit eine "Win-win-Situation". Der Vertrag regelt unter anderem Dinge wie Einsatzplanung, rechtliche Aspekte oder monatliche Wechsel in der Führungsverantwortung. Wie das in der Praxis abläuft, wird sich zeigen. "Jetzt lassen wir die Fahnder erst mal fahnden, dann ergibt sich das schon", fand Polizeidirektor Landgrebe.

Mit der Kräftebündelung wollen die Verantwortlichen für noch mehr Sicherheit der Bevölkerung im bayerisch-tschechischen Grenzraum sorgen, informierte Polizeivizepräsident Liegl. Grundlage ist eine Vereinbarung zwischen den Innenministerien von Bund und Land. Neben stärkerer Präsenz sowie Kriminalitätsbekämpfung ist vor allem der bessere Information- und Erfahrungsaustausch zwischen den Beamten ein weiteres Ziel. Besonderes Augenmerk wollen die Fahnder künftig auf Drogenmissbrauch, Einbrüche und Schleuserdelikte legen. Auch in Furth im Wald machten sich die Polizisten am Mittwoch gemeinsam auf den Weg. In Waldsassen geht es am Montag, 9. Februar, los.

Damit ist der gesamte Bereich entlang der Grenze zu Tschechien abgedeckt. In diesem Gebiet sind nach wie vor Drogen "ein großes Problem", sagte Liegl. "Rauschgift ist ein Bereich, der uns sehr am Herzen liegt." Seriöse Aussagen sind wegen "des hohen Dunkelfelds" allerdings schwierig, räumte der Präsidiumsvertreter ein.

Brenner sprach von einem "Nord-Süd-Gefälle", was die Zahl der Drogendelikte angeht: "Je höher im Norden der Oberpfalz, desto höher ist die Menge an Crystal." Dies bestätigte auch der Waldsassener Dienststellenleiter Reinhold Schreier.

Die gemeinsamen Einsätze sollen auch bei der Bekämpfung von Wohnungseinbrüchen helfen. In Bayern sind es zwar deutlich weniger als im Bund, "wir hatten aber auch schon höhere Zahlen und nun wieder Anstiege in der Oberpfalz", erläuterte Liegl. "Aus Sicht der Opfer ist das aber kein Trost. Wegen der Ängste in der Bevölkerung ist es wichtig, hier die Zahl zu reduzieren." Zunächst sind in Waidhaus acht gemeinsame Streifen geplant, erklärte Brenner.

Kein Stellenabbau

Einen Stellenabbau in Waidhaus wird es durch die Kooperation übrigens nicht geben, versprach Liegl. Zur geplanten Reduzierung bei der Inspektion Vohenstrauß hatte er keine Neuigkeiten aus Regensburg mitgebracht.
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