Grenzöffnung und ihre Folgen

Die Vorbereitungen auf die Ausstellung "Waidhauser Grenzgeschichte(n)" im Gemeindezentrum laufen auf Hochtouren. Ab 14. November präsentiert der Heimatkundliche Arbeitskreis die Schau der Bevölkerung. Bild: fjo
Lokales
Waidhaus
29.10.2014
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Vor 25 Jahren durchtrennten die damaligen Außenminister Jirí Dienstbier und Hans-Dietrich Genscher symbolisch den Eisernen Vorhang. Dies und viel mehr steht bei der Jubiläumsausstellung Heimatkundlichen Arbeitskreises im Mittelpunkt.

"Waidhauser Grenzgeschichte(n)" lautet der Titel der Schau. Umfangreicher als je zuvor ist bereits das Grundgerüst. Seit vielen Monaten bereitet die Mannschaft um Vorsitzenden Josef Forster die Ausstellung im Gemeindezentrum vor. Eröffnung ist am Freitag, 14. November, um 19 Uhr gehalten. Die Vernissage ist keinesfalls nur geladenen Gästen vorbehalten, sondern ganz bewusst öffentlich.

Ein Schwerpunkt liegt bei der Grenzöffnung am 23. Dezember 1989, jenem historischen Datum für Waidhaus. Mit über 100 Fotos - teils bislang unveröffentlicht - erweckt der Arbeitskreis jenen Tag noch einmal zum Leben.

Grüne Grenze

Ein zweiter Bereich greift den Eisernen Vorhang auf und schildert die "Grüne Grenze" mit ihren einstigen Anlagen dahinter. Hier wird an allen Ecken und Enden der Frage gerecht: "Was war der Eiserne Vorhang und was bedeutete er?" Nichts wird ausgespart, weder Begleiterscheinungen noch Grenzanlagen und Behörden.

Ein erhebliches Stück jüngste Zeitgeschichte bereiteten die Mitglieder für den dritten Teil auf: Die Folgen der Grenzöffnung für Waidhaus, in den Rubriken Verkehr, Kriminalität, Arbeitsplätze und Wirtschaft. Hier soll ganz der Frage: "Was passierte danach?" Rechnung getragen werden.

Allein der diesmal gewählte Aufbau ist einen Besuch wert: Vom Foyer aus wird die Geschichte des Grenzüberganges und der Grenze rückwärts erlebt. So geht es los beim Abriss des Abfertigungsgebäudes bis zurück zu den ersten Treffen der Gemeinden und Politiker nach dem Fall des "Eisernen Vorhangs. Hier nutzt der Verein den Weg vom Aufgang bis zur ehemaligen Musikschule. Das hat den Vorteil, dass die Veranstaltungsräume und Gänge für Weihnachtsfeiern oder den Adventsmarkt zur Verfügung stehen. Außerdem laufen in der Ex-Musikschule die Vorbereitungen in Ruhe und mit weniger Zeitdruck ab. Zudem gibt es dort die Möglichkeit zu wesentlich aufwendigeren Gestaltungen.

Große Plakate

Einige Investitionen waren notwendig, beispielsweise in großflächige Plakate, Ausstellungswände, Tapeten und dergleichen. Für die Präsentation von Uniformen wurden eigens lebensgroße Kleiderständer entwickelt, die im Gegensatz zu Schaufensterpuppen weniger Platz beanspruchen aber trotzdem die gesamte Uniform von der Mütze bis zu den Schuhen zeigen.

Insgesamt trug der Arbeitskreis neben rund 500 Fotos mit kurzen Texten sowie verschiedene Gegenstände und Erinnerungen in fünf Vitrinen zusammen. Ein komplettes historisches Grenzbüro wird ebenso präsentiert.

Bei freiem Eintritt ist die Schau nach der Eröffnung während der Geschäftszeiten des Rathauses zugänglich. Führungen können mit den Mitgliedern des Arbeitskreises abgestimmt werden. Auch am Adventsmarkt am Sonntag, 30. November, ab 14 Uhr, ist die Ausstellung zu sehen.
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