Halteverbot kontra Arztpraxis

Bei der Einmündung der Hagendorfer Straße in die Ortsdurchfahrt kommen sich immer wieder Langholz-Fuhrwerke und parkende Fahrzeuge in die Quere. Der Marktrat rang erneut um eine Lösung. Bild: fjo
Lokales
Waidhaus
20.02.2015
2
0

Obwohl kaum 25 Meter lang und nur auf einer Straßenseite gültig, erhitzt das absolute Halteverbot beim "Haus am Eck" in Waidhaus die Gemüter enorm. Lang und kontrovers diskutierten die Markträte das Für und Wider der einstimmigen Entscheidung im Sommer.

Damals führte ein nicht von der Hand zu weisendes Argument zum Beschluss: Bereits ein einziges Fahrzeug macht es Langholz-Fuhrwerken unmöglich, die Stelle zu passieren. Nachdem die Schilder nun aufgestellt worden waren und es erste Strafzettel gab, kam der Sachverhalt als Antrag auf Änderung erneut auf die Tagesordnung.

Gravierender Eingriff

Werner Duschner (Bürgerliste) ging ausführlich auf die neue Situation ein: "Das ist für mich so nicht hinnehmbar, wenn man so einen gravierenden Eingriff in meine Praxis macht." Ohne viel Aufhebens stellte er deshalb den Erhalt seiner Landarztpraxis in Frage. Unter diesen Umständen würde es für ihn umso schwieriger, einen Nachfolger zu finden.

Bürgermeisterin Margit Kirzinger verwies auf den einstimmigen Beschluss vom 30. Juni zum Antrag einer Spedition mit Langholztransporten "aufgrund immer wieder vorkommender Verkehrsprobleme". Die Beschilderung sei durch das Landratsamt angeordnet, da sich der Bauausschuss dafür entschieden habe.

Ob es noch einmal zu einer Änderung komme, müsse die Behörde entscheiden. Der Marktrat könne nur eine Empfehlung abgeben, zumal es sich um eine Staatsstraße handle. Diese Empfehlung gab es letztlich, wobei sich das Gremium mit zwei Gegenstimmen für eine Änderung in ein eingeschränktes Halteverbot aussprach.

Aus dem nichtöffentlichen Teil der vorangegangenen Sitzung informierte die Rathauschefin über eine weitere Belebung des Gewerbeparks. Für die Verkaufsstelle eines Reifen- und Ersatzteilehandels habe die Kommune die Grundstücke bereits verkauft.

Mit weiteren Neuigkeiten wartete Kirzinger in Sachen Städtebauförderprogramm auf. Aktuell arbeiten die Architekten an einem Leerstands-Kataster mit zehn Objekten. Eine Sanierung durch die Besitzer oder ein Kauf durch die Gemeinde zur Weiterveräußerung werden geprüft. Die Fachberater kämen in Kürze auf die Eigentümer zu, um wegen möglicher Maßnahmen anzufragen.

Erste Maßnahmen

Am Samstag, 9. Mai, nimmt die Gemeinde am "Tag der Städtebauförderung" teil. Neben der Präsentation erster Maßnahmen sei die Einweihung des Parks um den neuen Floriansbrunnen Teil des Programms. Besichtigungen von Sanierungsobjekten und geführte Rundgänge könnten zusätzlich aufgenommen werden.

Sehr lange und ausgiebig sei im Lenkungsausschuss über ein Direktmarketing beraten worden. "Es konnte niemand gefunden werden, der die Sache in die Hand nimmt. Und wir haben kein Gebäude und keinen Laden parat", stellte die Bürgermeisterin fest. Erste Schritte sollen nun mit einer Einbindung durch Stände in die Waidhauser Markttage am Sonntag, 17. Mai, und an "Emmerami" passieren.

Einstimmig bestätigte das Gremium die Wiederwahl von Andreas Neuber und Thomas Müller als Kommandanten der Feuerwehr Pfrentsch. Einen Grundsatzbeschluss zog der Antrag aller Waidhauser Feuerwehren für Zuschüsse bei der Anschaffung von Feuerwehrstiefeln nach sich. Ein Paar kostet mindestens 100 Euro. Diese Summe wurde deshalb als Festzuschuss festgelegt.

Freudig nahmen die Markträte den Antrag der Dorfgemeinschaft Pfrentsch zur Errichtung eines Ortsbrunnens auf. Die einstimmige Zusage beinhaltete jedoch die Verpflichtung zur Einigung mit dem Staatlichen Bauamt, um das Verkehrsrecht und die Abstandsregelungen an der Staatsstraße sicherzustellen.

Option offengehalten

Am Ausbau der Kreisstraße durch Hagendorf beteiligt sich der Landkreis Neustadt mit rund 54 000 Euro für die Kanalisation (Straßenentwässerung). Außerdem hatte die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben wegen der Verwendung von Grundstücken entlang der Autobahn zur Nutzung für erneuerbare Energien, wie beispielsweise Photovoltaikanlagen, angefragt. In der einstimmigen Stellungnahme hielt sich der Marktrat jedoch die Option einer planungsrechtlichen Notwendigkeit offen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Februar 2015 (7876)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.