Heimatkundler geschockt

Ich denke, ich werde nur noch zu verwandtschaftlichen Besuchen nach Waidhaus kommen.
Lokales
Waidhaus
06.03.2015
13
0

Vorsitzender Josef Forster kündigte am Mittwoch beim Heimatkundlichen Arbeitskreis seinen Rücktritt an. Schweren Herzens nahmen die Mitglieder die Entscheidung an.

Da turnusgemäß Neuwahlen anstehen, sprach Josef Forster im Vorfeld über seine persönliche Situation. "Ich gehe Anfang 2016 in Pension. Das heißt, der Mittelpunkt meiner Lebensbeziehungen verlagert sich wieder nach Waldthurn." Dadurch minderten sich die Möglichkeiten für ihn, über Räume und die technische Ausstattung zu verfügen. Außerdem betonte er: "Ich denke, ich werde nur noch zu verwandtschaftlichen Besuchen nach Waidhaus kommen."

Notwendige Einschränkung

Diese Einschränkung hielt er für notwendig, da er sich in den vergangenen fast 25 Jahren stark mit Waidhaus identifiziert habe und sich nur so für eine unbeschwerte Pensionszeit lösen könne. Eine kleine Hoffnung ließ er den sichtlich getroffenen Mitgliedern zumindest: "Einzelne Arbeiten, beispielsweise Hefte gestalten und drucken lassen - da mache ich natürlich noch gerne, wenn es gewünscht ist."

Die Versammlung stand vor einer schwierigen Entscheidung: Entweder Neuwahlen angehen oder sich für eine Verschiebung aussprechen. Da sich aber niemand bereiterklärte, den zu übernehmen, vertagten die Teilnehmer die Abstimmung um ein Jahr. Dadurch soll Zeit gewonnen werden, um die Weiterführung des Vereins zu klären. Für diese Zeit bleibt der Vorstand im Amt. Diese Lösung hatte noch einen besonderen Nebeneffekt: Forster wäre dann zehn Jahre lang Vorsitzender gewesen.

Der Schock des Rückzugs ihres Motors beschäftigte die Mitglieder aber im weiteren Verlauf der Zusammenkunft noch weiter, auch, als es um Vorschläge für die künftige Gestaltung der Vereinsarbeit und der Versammlungen ging. "Wir haben die großen Themen aufgearbeitet. Das Material befindet sich auf den Festplatten einiger Computer beziehungsweise auf dem Dachboden des Rathauses und wird dort wohl auch bleiben", meinte Forster.

Für die noch nicht bearbeiteten Ortsteile Reichenau und Reinhardsrieth sei noch zu wenig Material beisammen, um ein Heft oder eine Ausstellung zu füllen. Doch Forster machte auch Mut. "Das Archiv von Waidhaus mit sämtlichen noch vorhandenen Unterlagen aus dem Ort Waidhaus und den Ortsteilen ist sortiert und nach dem amtlichen Aktenplan geordnet in schützenden Kartons abgelegt. Wer also forschen will, kann das nunmehr ohne staubige Vorarbeit und Mühe gezielt nach verschiedenen Themen machen."

Sammlung angeboten

Rudi Theiß bot dem Arbeitskreis seine Sammlung an Bergwerksgegenständen und eine dazu gehörende Mineraliensammlung an. Derzeit fehle es jedoch an einer Verwendung, zumal sich auf dem Dachboden des Rathauses bereits die Steinsammlung von Dr. Lissauer und einige Mineralien von F. Meier befänden. Der Eingang eines weiteren Freistellungsbescheids durch das Finanzamt ermöglicht den Status der Gemeinnützigkeit für die kommenden drei Jahre.

Für "die wertvolle und wohlwollende Unterstützung" dankte Schriftführerin Irmgard Bótha Bürgermeisterin Margit Kirzinger. Der Mitgliederstand liege bei 29 Personen.

Karl Ochantel fragte, wie lange die Grenz-Ausstellung im Rathaus noch dauere. "Bis Mitte des Jahres", antwortete Forster. Anja Puff sagte zu, eine Chronik mit der Häusergeschichte in Reinhardsrieth zu erstellen, wobei auch das Thema Familienforschung hineinspiele. Damit ging die Diskussion auf Heft Nummer neun der "Waidhauser Geschichte(n)" über. Für die nächste Monatsversammlung bat Forster alle Mitglieder, ihre Materialien für eine Sichtung mitzubringen.
Weitere Beiträge zu den Themen: März 2015 (9461)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.