"Hier wird Geschichte geliebt"

Die Auszeichnung mit dem Kulturpreis war der Marktgemeinde einen Empfang aller Mitglieder des Heimatkundlichen Arbeitskreises um Vorsitzenden Josef Forster (vor der Säule) mit Eintrag ins Goldene Buch wert. Bild: fjo
Lokales
Waidhaus
19.12.2014
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Mitten im Advent feierte die Marktgemeinde am Dienstag einen Festtag. Beim Heimatkundlichen Arbeitskreis (HAK) weiß die Kommune ihre reichhaltige Geschichte gut aufgehoben. Den Verantwortlichen wurde nun eine große Ehre zuteil.

Der herausragenden Qualität trugen Bürgermeisterin und Marktrat mit einem feierlichen Empfang der Mitglieder und dem Eintrag in das Goldene Buch Rechnung. Das Klarinettenquartett des Musikvereins mit Franziska Helm, Anna Hanauer und Kristin Mack verlieh dem Festakt unter Leitung von Hermann Mack eine exquisite Note.

Beeindruckend fiel die Laudatio von Bürgermeisterin Margit Kirzinger für die HAK-Mitglieder aus: "Was ihr in diesen Jahren auf die Beine gestellt habt, ist eine hervorragende Leistung auf kulturellem Gebiet." Kirzinger sah darin eine "Wahnsinnsleistung, trotz des relativ jungen Bestehens". Die Mitglieder würden sich wunderbar ergänzen. Die eine Hälfte sei "ganz aktiv", die andere Hälfte vorrangig bei den vereinseigenen Veröffentlichungen. Dazu gesellten sich aufwendige Ausstellungen, die Waidhaus über die Grenzen der Marktgemeinde und des Landkreises hinaus bekannt machten.

Acht Heimatbroschüren

Die Herausgabe von bereits acht Heimatbroschüren erwähnte die Bürgermeisterin obendrein. Ein Lob gab es für Betty Wölfel, die dem HAK ihr gesamtes Archiv zum Gemeindegeschehen mit über 3000 Fotos schenkte. Hiervon hätten die Mitglieder das meiste in wochenlanger Arbeit digitalisiert. Die Rathauschefin hob die Zusammenarbeit des HAK mit Historikern beispielsweise von der berühmten Karls-Universität in Prag hervor. Vorausschauend auf den 23. Dezember bewertete Kirzinger die Ausstellung zum 25-jährigen Fall des Eisernen Vorhangs als sehr erfreulich. "Möglich ist dies alles nur, weil die Mitglieder sehr viel Zeit und Herzblut investieren. Hier wird unsere Geschichte geliebt und unser Waidhaus." Dies führe in der Bevölkerung zu einem gesteigerten Interesse. Die Auszeichnung mit dem Kulturpreis des Landkreises Neustadt/WN stärke die Mitglieder nicht nur, sondern motiviere und liefere Ansporn für weitere Aktivitäten.

"Ich bin stolz darauf, was nach nur acht Jahren aus diesem noch jungen Verein geworden ist", bemerkte Vorsitzender Josef Forster. Auf die europäischen Förderprogramme des Jahres 2004 mit einer Art "Pforte West-Ost" sei die Idee zur Vereinsgründung zurückzuführen. Er hatte sich tatkräftige und mitarbeitende Mitglieder gewünscht. Forster dankte Kreisheimatpfleger Peter Staniczek aus Vohenstrauß. Auch für die gemeinsame Zeit mit den "Mansfelder Landsknechten" als Untergruppe zwischen 2007 und 2013 sagte er Dank.

Seit der erfolgreichen Gründung versuche der HAK nun, die Geschichte von Waidhaus zu dokumentieren. Dies habe nach acht Jahren bereits dazu geführt, dass genügend Stoff zusammenkam, der schon für mehrere Museen ausreiche. Vieles davon sei nun erst einmal auf dem Dachboden verschwunden. Geblieben seien die Hefte der "Waidhauser Geschichte(n)". Die eigenen Veröffentlichungen sah Forster als Plattform, um Aufgespürtes in Worte zu fassen: "Man ist nicht mehr nur Sammler, sondern wird zum Autor." Auch im Digitalisieren sah der Vorsitzende eine wertvolle Aufgabe.

Interesse geweckt

"Ihr seid in kurzer Zeit zum Aushängeschild von Waidhaus geworden und habt das Interesse der Bevölkerung für eure Leidenschaft geweckt", bestätigte zweiter Bürgermeister Markus Bauriedl. Von einer "Erfolgsgeschichte" sprach dritter Bürgermeister Johannes Zeug. CSU-Fraktionssprecher Stefan Harrer sah in Forster als "wahres Organisationstalent" das Erfolgsrezept. Die große Bandbreite der Mitglieder zeichne den HAK aus: "Man kann dem HAK nur Lob und Anerkennung zollen."

Heike Bauriedl hatte für die Veranstaltung einen schönen Rahmen geschaffen. Forster dankte ihr mit einem Blumenstrauß. Sektempfang und Imbiss im oberen Foyer des Rathauses durften abschließend nicht fehlen.
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