Imker geraten ins Schwärmen

Einen nagelneuen Bienenstock präsentierte der Imkerverein. Rolf Leipold (hinten, Mitte) ist nicht nur neuer Imker, sondern übernahm sofort die Vereinskasse. Zum Nachwuchs zählt mit Daniela Simon (links daneben) auch eine einzige Frau. Bild: fjo
Lokales
Waidhaus
01.04.2015
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"Ich bin glücklich über neun tüchtige neue Jungimker in so kurze Zeit. Das hebt unsere Mitgliederzahl fast um das Doppelte", verkündete der Vorsitzende des Imkervereins Norbert Schindler voller Stolz in der Jahresversammlung.

Nun gelte es alle Hebel in Bewegung zu setzen, diesen Aufwind beizubehalten. In Waidhaus bestünden beste Gegebenheiten aufgrund der "immer noch gesegneten Landschaft ringsum" und einer Verwurzelung der Imkerei bis zurück ins Mittelalter. Ins Schwärmen geriet er bei den Erinnerungen an die weit zurückreichenden Verbindungen zur Nürnberger Lebkuchenherstellung.

Paten des Erfolgs

Den Aufschwung führt der Vorsitzende auf die Idee der begleitenden Patenschaft für Neustarter zurück: "Von Armin Bauer kam der Werbegedanke, der gezündet hat." Zugute käme dabei zusätzlich die neue staatliche Förderung durch das Amt für Landwirtschaft. Neuimker könnten unter dem Motto "Imkern auf Probe" zwei Mal im Jahr 100 Euro Fördermittel abrufen. Nach dem allgemeinen Rückgang der Imkerei sah der Vereinschef die aktuelle Wiederbelebung als Lichtblick: "Uns Älteren ist es damit leichter geworden."

Auch die Nachfrage nach Honig halte mit der Entwicklung Schritt: "Wir fretten uns derzeit mit den letzten Gläser durch." Marktrat Werner Duschner regte spontan einheitliche Etiketten auf den Waidhauser Honigprodukten an.

Fast 90 Prozent der Vereinsmitglieder waren in den Gasthof "Alte Post" gekommen. Darunter ein Großteil der neuen Imker: Rolf Leipold, Franz Strehl, Tobias Fürtsch, Johann Kick, Andreas Nickl, Daniela Simon, Christian Wolf und Bernhard Strehl. Aus 12 Mitglieder mit 95 Bienenvölker wurden damit 20 Imker mit 147 Völkern. Nicht vergessen wurde Gründungsmitglied Josef Kick sen., den der Verein im Alter von 91 Jahren vor Kurzem verlor. Mit Verweis auf Josef Kick jun. aus Reinhardsrieth zeigte Schindler noch einen weiteren Vorteil des Waidhauser Imkervereins auf: "Unser Mitglied ist in der glücklichen Lage - mehrmals im Jahr -, mehrere Völker aufzubauen. Der ist direkt vor Ort. Einfacher geht's nicht."

Rolf Leipold neuer Kassier

Nach den Ausführungen von Schriftführer Kick jun. übernahm Schindler den Kassenbericht. Die Nachwahl eines neuen Kassiers fiel einstimmig auf Rolf Leipold. Für eine attraktive Teilnahme an den Markttagen warb Bürgermeisterin Margit Kirzinger. Sie freute sich mit dem Vorstand über den "tollen Aufschwung". Die Probleme der Bienen und Imker stellte sie in den Mittelpunkt ihrer Ausführungen. Waidhaus werde hier noch heuer handeln und eine ganz auf Bienen ausgerichtete Blumenwiese schaffen. Den Umbau der Kreuzberganlage zum staatlich geförderten "Lernort Biene" stellte sie ausführlich vor: "Waidhaus ist der Ort der Bienen und der Imker."

Kick konnte die Bürgermeisterin zur Übernahme einer Patenschaft für ein Imkervolk gewinnen. Fachthemen und -fragen beschäftigten die aufstrebende Gemeinschaft noch bis tief in die Nacht hinein.
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