Jesus vom Kreuz genommen

Noch einmal alle Aufmerksamkeit der Helfer erforderte die Christusfigur im Altarraum. Bild: fjo
Lokales
Waidhaus
11.06.2015
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Die Waidhauser Pfarrkirche ist so gut wie leer. Die Bauarbeiter und Künstler können kommen.

An Helfern mangelte es der Kirchenverwaltung nicht. Der Aufruf zum Ausräumen stieß auf großes Interesse unter den Gläubigen. So schafften die Waidhauser es in Eigenleistung, ihre Pfarrkirche für die Innensanierung und Umgestaltung vorzubereiten. 23 Freiwillige waren es am Dienstag und 15 am Mittwoch.

Mesnerin Margit Reichenberger und Frauenbundsprecherin Christl Kaas waren die einzigen Frauen, den das Gros der Arbeiten war mehr etwas für kräftige Männermuskeln. Los ging es mit dem Abschrauben aller Kirchenbänke. Mesner Peter Helgert hatte die Taufkapelle ausgeräumt. Das war auch gut so, denn selbst eifrige Kirchgänger waren überrascht, was da alles nach draußen geschafft werden musste. Auch Altartücher oder Blumenschmuck konnten nicht einfach unter den Tisch gekehrt werden.

Wertvolle Stücke

Pfarrer Georg Hartl erklärte Interessierten zwischendrin so manches Detail der Maßnahmen. Vor der Tür warteten schon viele Fahrzeuge für den Transport der Einrichtungsgegenstände. Wertvolle Stücke wie die Figuren der heiligen Emmeram und Wolfgang wurden wie rohe Eier behandelt. Kreuzen, Apostelleuchtern und Lichtständern widmeten die Ehrenamtlichen ebenfalls gebührend Aufmerksamkeit.

Fachgerecht zerlegt

Muskelkraft war bei Volksaltar, Taufbecken und Ambo gefragt. Das Hinaustragen der Ministrantenstühle war da kein Vergleich dazu. Für das fachgerechte Zerlegen der Altäre und der Kanzel vertraute die Kirchenverwaltung auf handwerkliche Fähigkeiten aus den eigenen Reihen. Gleiches galt für Beichtstühle und die Holztüren.

Bei den stark mitgenommenen Kreuzwegbildern war größte Sorgfalt gefragt. Während Kirchenpfleger Siegfried Zeug und Pfarrer Hartl stets an vorderster Front kräftig anpackten, machte sich auch Architekt Rudolf Meißner aus Waldthurn ein Bild vom Geschehen. Eine entscheidende Aktion war die Abnahme der zentralen Christusfigur im Altarraum. Das Gewicht von über drei Zentnern erforderte eine enorme Gemeinschaftsleistung. Auf mobilen Gerüsten und Leitern ließen die Helfer den aus Lindenholz geschnitzten Jesus an Gurten und Stricken herab und brachten ihn zum Lagerplatz.

Der Altaraufbau samt Tabernakel war bereits viele Einzelteile zerlegt worden. In der Sakristei lagerte außerdem jede Menge Material in vielen Schüben.
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