Kleine Firmen im Nachteil

Auf dem Bild von links: Wirtschaftsförderer Hermann Ach, Johann Salomon-Wolf, Gabi Wolf und Landrat Andreas Meier. Bild: hfz
Lokales
Waidhaus
01.10.2015
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Weil es immer schwieriger wird, deutsche Mitarbeiter zu finden, kommt die Hälfte der Belegschaft des Sägewerkes Wolf in Hagendorf aus Tschechien. Aber auch andere Sorgen hörte Landrat Andreas Meier bei seiner Visite an der Grenze.

In seiner Runde der Besichtigungen von Handwerksbetrieben besuchte Landrat Andreas Meier das Sägewerk in Hagendorf. Dort verarbeitet die Familie Wolf mit elf Mitarbeitern überwiegend heimisches Fichtenholz für die Verpackungsindustrie.

"Ich will bewusst viele mittelständige Handwerksbetriebe im Landkreis ansehen, um mir einen Eindruck von den Abläufen, aber auch den Sorgen und Nöten der Firmeninhaber zu machen", sagte Meier.

Firmenchefin Gabi Wolf erläuterte die Produktpalette und die Produktionsabläufe des Sägewerkes, das seit 1870 im Familienbesitz ist. Das aus dem Fichtelgebirge, dem Bayerischen und Böhmischen Wald angelieferte Holz wird sortiert, geschnitten, getrocknet und gelagert. Dank des großen Schnittholzlagers kann auf Aufträge schnell und flexibel reagiert werden. Auf Vorrat lagern neben ganzen Stämmen hochwertiges Leistenmaterial, Bohlen und Bretter aller Güteklassen. Viele Stammkunden der Industrie verwenden vor allem Verpackungsholz für die Kisten- und Paletten-Herstellung zum Versand von Waren ins Ausland.

Wolf berichtete dem Landrat von der Schwierigkeit, geeignete deutsche Mitarbeiter oder Auszubildende zu finden. Deshalb stammt bereits etwa die Hälfte des Personals aus Tschechien. Außerdem beklagte sie ungerechte Förderrichtlinien, die große Betrieb überdurchschnittlich bevorzuge. Für kleine Familienfirmen werde es zunehmend schwieriger, konkurrenzfähig zu arbeiten.

Ein weiteres Problem seien die enorm gestiegenen Beiträge zur Brandschutzversicherung, die jährlich mit über 50 000 Euro zu Buche schlagen.
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