Lachen, bis der Notarzt kommt

Hans Mäckl, Josef Kleber und Jürgen Mensch (von links) vernebelten und vermöbelten die Zuschauer gleich zu Beginn gehörig. Bild: fjo
Lokales
Waidhaus
10.11.2014
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Einen Knaller lieferte die "Dorfbühne" mit der Premiere ihres 20. Theaterstücks. Zurücklehnen und genießen ging am Freitagabend nicht. Die lustige Aufführung führte zu Schenkelklopfern am laufenden Band.

Ab der ersten Minute punkteten die zehn Laienschauspieler mit dem nagelneuen Stück beim gesamten Publikum. Es war glattweg fantastisch, was die liebenswerte Schar zum Beginn ihres 20-jährigen Jubiläums bot.

So etwas von fröhlicher Heiterkeit, wohldosierten Einlagen und trocken gespieltem Humor findet man nicht alle Tage. Den erfahrenen Darstellern gelang unter Regisseur Josef Kleber ein weiteres Meisterstück. Gerade noch rechtzeitig vor der Stückeauswahl erschien Regina Röschs neuester Schwank. Als ob es so sein müsste: "Wenn einer eine Reise tut" leistete endlich die maßgeschneiderte Grundlage, um daraus eine für Waidhauser Verhältnisse passende Komödie zu schaffen.

Denn die Einbindung von eigenen Scherzen, Anekdoten und lokalen Begebenheiten gehört seit 20 Jahren zur besonderen Note des Theatervereins. Damit hoben die Mitwirkenden das bayerische Lustspiel um einen Kuraufenthalt in Bad Füssing gleich mit der "Welturaufführung" in die Champions-League.

Die herbeigezauberten Szenen, gepaart mit dem Humor der profimäßig agierenden Akteure, machten die Premiere zu einem rundum begeisternden Erlebnis. Gemeinsam gaben sich Jürgen Mensch, Hans Mäckl und Josef Kleber gleich eingangs als Führungstrio der Waidhauser Feuerwehr aus. Da war die von Philipp Kraus und Martin Bauriedl bei der selbst inszenierten Einführung angefachte Heiterkeit im Publikum noch gar nicht verflogen.

Es gab kein Halten mehr

Beiden gebührt Lob für eine Einstimmung der unbezahlbaren Art: Der gesamte Theaterverein sei übergewichtig und müsse zur Kur, weil bei den Aufführungen immer so viel gegessen werde. Von da ab gab es für Herz und Verstand kein Entkommen mehr: Zu sehr zerrten Späße und Narreteien das ganze Gemüt von einem Lachanfall zum nächsten Schenkelklopfer.

Berauschender Zustand

Und so ging es durch alle drei Akte, und nur die Pausen boten Raum für ein bisschen Erholung der äußerst ungewöhnlich stark strapazierten Gesichtsmuskeln. Das mit enorm viel Mimik, Gestik und Spielwitz ablaufende Bühnengeschehen zog den ganzen Saal in eine Art berauschenden Zustand fast unnatürlicher Art. Vereinsvorsitzende Silvia Kleber lieferte sich mit Susanne Luber umwerfende Duelle, während Alexander Werner beiden gehörig die Köpfe verdrehte.

"Saftige Rippchen"

Als "saftige Rippchen" erheiterten Michaela Bösl und Michaela Menzl das nur so vor Spielfreude sprühende Geschehen. Und als unerfahrener Lehrling paarte "Azubine" Christine Wellert jugendlichen Charme mit kindlichen Leichtsinn. Mit vielen Mundartausdrücken bestätigten die Darsteller den Zuschauern obendrein die Gewissheit, dass die Handlung ganz und gar auf Waidhauser Verhältnissen baut und beruht: "Miar däjn, miar rackern, miar mährn."

Längst weiß die ganze Region, was sie an der "Dorfbühne" hat: Sämtliche neun Aufführungen waren bereits vor der Premiere ausverkauft. Dennoch versicherte Vorsitzende Kleber: "Wir werden niemand nach Hause schicken, der ohne Karte zu den nächsten Vorstellungen kommt."
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