Maßnahmen gegen Leerstände

Kaum eine Woche nach der leidenschaftlichen Diskussion in Reichenau beauftragte der Marktrat ein Architekturbüro mit einer ersten Bestandsaufnahme zum "Feiler-Stodl". Bild: fjo
Lokales
Waidhaus
10.12.2014
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Etwas über eine Million Euro will die Gemeinde Waidhaus für den Breitbandausbau in die Hand nehmen. Nutznießer des ersten Abschnitts sollen die Ortsteile Hagendorf, Reinhardsrieth und Reichenau mit dem Gewerbepark an der Autobahnausfahrt sein.

"Wem gehören die Leitungen und wem die Übergabestellen nach dem Bau?", wollte Thomas Glaser (SPD) wissen. Geschäftsleiter Josef Forster antwortete, dass die Telekom Eigentümerin werde. "Wir finanzieren das nur." Der Marktrat beschloss in der Sitzung am Montagabend für die Versorgung von Pfrentsch eine Zusammenarbeit mit der Nachbargemeinde Eslarn bereits ab dem Planungsstadium.

Zuschuss steht aus

Vorsitzender Stefan Harrer informierte über die Prüfung der Jahresrechnung 2013 aus dem Rechnungsprüfungsausschuss und sprach der Verwaltung ein dickes Lob aus. Er erwähnte auch den immer noch ausstehenden Zuschuss für das neue Feuerwehrauto in Waidhaus. Der Geschäftsleiter verwies auf die beim Ministerium liegende Ausschreibung und kommentierte: "Wir werden vertröstet von Monat zu Monat."

Zu den Grundgebühren für die Handys der Bauhofmitarbeiter erklärte der Geschäftsleiter: "Es existierten sehr viele Telefonverträge, die allesamt nach und nach durchgeforstet werden." Die hohen Fensterreinigungskosten der Grundschule verteidigte Forster mit der Reduzierung auf nur noch eine Putzfrau, die deshalb sehr beschäftigt wäre. Die Reinigung wäre zudem ausgeschrieben gewesen.

Sauer stieß Harrer das Begrüßungsgeld für Neugeborene an Familien aus, die kurze Zeit später aus Waidhaus wieder wegzogen. "Das Begrüßungsgeld sei deshalb wohl mehr ein Geburtstagsgeschenk gewesen", antwortete ihm Bürgermeisterin Margit Kirzinger. Dennoch sah sie keinen Handlungsbedarf, die Regelungen zu ändern. "Ist der Festnetzanschluss im Feuerwehrhaus wirklich nötig?", wollte Harrer noch wissen. Forster argumentierte mit den Einsatzbenachrichtigungen und dem Internetanschluss. Beides laufe über das Festnetz.

Überstunden angehäuft

Das Personal der Marktverwaltung habe in der Summe 273 Arbeitstage an Überstunden und Urlaubstagen angehäuft, sagte Harrer. Der Geschäftsleiter kennt das Problem. Kirzinger erklärte: "Es sind wirklich alle bemüht, etwas davon wegzubringen." Harrer empfahl am Ende die Entlastung. Der Marktrat stimmte komplett zu. Der Vermögenshaushalt schloss in Einnahmen und Ausgaben mit 1,193 Millionen und im Verwaltungshaushalt mit knapp 4,65 Millionen Euro. 236 718 Euro wurden der allgemeinen Rücklage zugeführt. Aus dem Lenkungsausschuss informierte Kirzinger über den hohen Stellenwert, der dem Leerstandsmanagement beigemessen werde. Um hier vorwärts zu kommen, folgten Rundgänge. Vorgesehen sind Banner an Gebäuden, um ein Augenmerk darauf zu lenken. Kirzinger ließ die Ratsherren auch wissen, dass die Angestellte Petra Zach bereits den Leerstandskataster überarbeitete. Weiter sei vorgesehen, den ISEK-Maßnahmenplan zu überarbeiten. Zur Vermarktung regionaler Produkte seien im Herbst 2015 Aktionstage mit einem temporären Markt in einem leerstehenden Haus vorgesehen.

Zur Aufwertung des Umfelds der Autobahnkirche gebe es Entwürfe von Architekt Rudolf Meißner aus Waldthurn. Nun werde mit der katholischen Kirchenstiftung Kontakt aufgenommen, um die Pläne vorzustellen. Wegen der nötigen Straßenüberquerung sei die Einbindung der Straßenbehörde vorgesehen. Die nächste Sitzung ist am Montag, 15. Dezember.

Konzept für "Feiler-Stodl"

Über den "Feiler-Stodl" in Reichenau informierte Geschäftsleiter Forster. Demnach fordere Oberkonservator Raimund Karl vom Münchner Landesamt für Denkmalpflege eine umfassende Erforschung der baulichen Entwicklung, baugeschichtliche Besonderheiten, Aussagen zum Erhaltungszustand sowie alternative Nutzungskonzepte. Die vier empfohlenen Ingenieurbüros hätten nach Aufforderung Kostenvoranschläge unterbreitet.
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