Nun entscheiden die Bürger

Lokales
Waidhaus
13.05.2015
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Nun sind die Waidhauser gefragt: In einer Eilentscheidung sprach sich der Marktrat am Montag einstimmig für eine Haushaltsbefragung zum künftigen Standort des Kriegermahnmals aus.

Ab 2016 plant die Kommune, den Marktplatz innerhalb der Städtebauförderung umzugestalten. Dazu gab es bereits Workshops mit Vereinen, Familien, Jugendlichen und Gewerbe. Auch Fachstellen wurden gehört und die Anregungen gesammelt.

Gute Stube

Als häufigste Nennungen ergaben sich, den Marktplatz wieder zu beleben und als gute Stube zu gestalten, die Bushaltestelle dorthin zu verlegen, dort wieder Märkte und Veranstaltungen abzuhalten und die dafür nötigen Einrichtungen wie Bühne, Versorgungs- und Entsorgungsanlagen vorzuhalten, sowie einen Pavillon mit Informationen für Einheimische und Gäste einzurichten. Welche dieser Anregungen umgesetzt werden können, ist noch nicht entschieden. Sicher ist aber, dass alle neuen Einrichtungen und Gestaltungen einen ausreichend großen Platz benötigen.

Der Standort des Kriegermahnmals ist Teil dieser Überlegungen. Einerseits steht das Denkmal schon seit 1926 am Marktplatz; andererseits ist dieser Ort wegen des anhaltenden Verkehrsaufkommens und der damit verbundenen Geräuschkulisse für Ehrungen und das Gedenken bei den Volkstrauertagen kaum noch geeignet. Eine Umgestaltung des Umfeldes um das Denkmal ist in jedem Fall notwendig.

"Hat das Denkmal nach einer Umgestaltung und einer beabsichtigten Belebung des Marktplatzes noch den ihm zustehenden würdigen Rahmen oder würde der Standort durch Veranstaltungsgäste und Kinder sogar beeinträchtigt?" Diese Frage richtete Bürgermeisterin Margit Kirzinger am Montagabend an die Markträte. Bei einem Verbleib des Denkmals am Marktplatz müssten aufgrund des Platzbedarfs einige angeregte und als wichtig empfundene Funktionen und Einrichtungen eingeschränkt oder weggelassen werden.

Eine Entscheidung über den künftigen Standort des Denkmals ist für die weitere Planung unumgänglich. Eile ist bei den Bürgern geboten, die sich an der Abstimmung beteiligen wollen. Denn das Ergebnis soll am Montag bereits in die nächste Lenkungsausschusssitzung mit einfließen. Schließlich wolle Waidhaus "die Neugestaltung angehen. Es ist schon soviel diskutiert worden", gab Kirzinger zu bedenken.

SPD-Fraktionssprecher Johannes Zeug ging noch einen Schritt weiter: "Ohne Verlegung würde ich auf den letzten Bauabschnitt ganz verzichten. Mir würde dann eine Neuasphaltierung des Platzes genügen." Überzeugt von den Entwürfen und Entwicklungen äußerte sich Vera Stahl, die bislang gegen eine Verlegung gewesen sei: "An einem anderen guten Platz ist das Mahnmal besser aufgehoben." Für die CSU attestierte Ewald Zetzl: "Wir sind auch der Meinung, dass das Mahnmal an diesen Platz nicht mehr hinpasst." Und Werner Duschner von der Bürgerliste ergänzte: "Ich bin erfreut, da es damals wenig Fürsprecher im Gremium gab und nun diese Einstimmigkeit herrscht." Dennoch sah Thomas Glaser den Weg der Bürgerbeteiligung als "förderlich und hilfreich".

Bis Montag abgeben

Gabi Wolf sprach sich für eine Verlegung in die unmittelbare Nähe der Pfarrkirche aus. Das erhoffte Ergebnis aus der Bürgerbeteiligung gab der Marktrat mit einem einstimmigen Beschluss vor. Nun sind die Bürger gefragt: "Können sie sich vorstellen, dass das Kriegerdenkmal auch an einem anderen Standort eine würdige und ruhige Gedenkstätte bilden könnte?" Teilnehmer können die Stimmzettel bis Montag, 18. Mai, in den Briefkasten am Rathaus werfen oder ihn in der Verwaltung abgeben.
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