Parkmoral am Pranger

Nicht nur für Langholz-Fahrzeuge sind zugeparkte Sichtdreiecke ein Problem. Bürgermeisterin Margit Kirzinger will der fehlenden Parkmoral noch heuer mittels Poller und Pfosten zu Leibe rücken. Bild: fjo
Lokales
Waidhaus
28.03.2015
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Rücksichtsloses Parken, zig Lastwagen, die sich in den Ortsteilen verfahren, und drei kommunalen Geschwindigkeitsmessanlagen: In der Bürgerversammlung musste Bürgermeisterin Margit Kirzinger viele Fragen beantworten.

Helga Kretschmer vermisste eine Ortsteilversammlung in Frankenreuth. "Bei uns gibt es auch Probleme." Bürgermeisterin Margit Kirzinger sagte zu, dass dies im Herbst nachgeholt werde. Auch, weil die bisherigen Infoveranstaltungen in den anderen Ortsteilen "so gut besucht gewesen" seien.

Adressen ein Problem

Probleme mit Lastwagen, die sich im Raum Frankenreuth immer wieder verfahren würden, brachte Irmgard Schwarzmeier auf den Tisch. "Bei der Suche nach den Speditionen am alten Grenzübergang fahren die großen Sattelzüge vollbeladen durchs Dorf." Die Ursache vermutete sie in den Adressen der Speditionen, die nur mit einer Frankenreuther Hausnummer ausgestattet seien.

Kirzinger verwies auf einen gleichen Vorfall in der vergangenen Woche im Weiler Ödkührieth. Dort sei ein langes Lastwagen-Gespann bis mitten in das Dorf gefahren. Über zwei Stunden habe es gedauert, um das Gefährt rückwärts aus der Sackgasse zu rangieren. "Das war der Supergau." Da es sich somit nicht um Einzelfälle handle, wolle die Bürgermeisterin sofort Handeln. "Das ist ein Navi-Problem." Eine Lösung sei möglicherweise eine Straßen-Sperrung für Brummis, wobei Anlieger weiterhin freie Zufahrt hätten.

Edeltraud Schwarzmeier interessierte sich für die Planungen bei der Eslarner Straße und bat um eine Erläuterung der künftigen Autobahnkirchen-Parkplätze. Bauamtsleiterin Kerstin Wilka-Dierl verweis darauf, dass die bisherigen Parkplätzen der Firmen Netto und Auto Lindner erhalten blieben. Weitere fünf neue entstünden bei der Autobahnkirche, sowie eine Fahrrad-Haltestelle.

Von "gefühlten 150 Postautos, die am Vormittag beim Rathaus unterwegs" seien, sprach Josef Eschenbecher. Kirzinger beschwichtigte: "Das ist ein verkehrsberuhigter Bereich, da ist wegen der Sicherheit der Fußgänger nur Schrittgeschwindigkeit erlaubt."

Viele Brennpunkte

Die Parkmoral hingegen stellte sie für den Ortskern an den Pranger. "Bei uns parkt jeder, wo er hinrollt. Da macht sich anscheinend keiner mehr Gedanken." Die gröbsten Verstöße stelle sie im Bereich der sogenannten Sichtdreiecke fest. Als weitere Brennpunkte sah Kirzinger die Situation in der Hauptstraße vor beiden Bankfilialen sowie das Zuparken der Gehwege.

Sie kündigte daher an, diesen Auswüchsen mit Pollern und Pfosten entgegenzuwirken. "Das ist scheinbar die einzige Möglichkeit, die Sichtdreiecke freizuhalten." Auch um die erlaubte Höchstgeschwindigkeit einzuhalten, seien Maßnahmen nötig. Sie plane daher 6500 Euro für die Anschaffung von drei kommunalen Messanlagen ein. Hierzu gab sie den Bürgern gleich noch einen Tipp mit auf den Weg: Pfrentsch sei für den nächsten bayernweiten Blitzer-Marathon "ein ganz heißer Favorit".
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