Polizei warnt vor gut gekleideten Betrügern mit Visitenkarten - Schwaben um 350 Euro geprellt
Billigschmuck, Pannen und gutgläubige Helfer

Ganz und gar kein Schnäppchen ist dieser Billigschmuck, den die Polizei sicherstellte. Bild: Polizei
Lokales
Waidhaus
02.09.2015
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Trickbetrug mit falschem Gold- oder Silberschmuck kommt im Zusammenhang mit vorgetäuschten Pannen oder Notlagen im Nachbarland immer wieder vor und scheint für die Betrüger ein lukratives Geschäft zu sein, warnt die Polizei. Da die Unbekannten nicht regelmäßig auftreten, monatelang von der Bildfläche verschwinden und die Beschreibung der Geschädigten nur Bruchstücke enthalten, gestaltet sich eine Festnahme für die Beamten auf beiden Seiten der Grenze schwierig.

Für hilfsbereite Autofahrer ist es schwer zu erkennen, wann es sich um eine vorgetäuschte oder tatsächliche Panne handelt. Nicht nur dies, sondern auch mangelndes Benzin und wenig Geld oder die schlichte Angabe bestohlen worden zu sein, animieren die Menschen zum Helfen. In anderen Fällen drängen die Betrüger vorausfahrende Autofahrer mit Lichthupe zum Anhalten und geben vor, ausgeraubt worden zu sein. Vor wenigen Tagen ließ sich ein Mann aus Baden-Württemberg von der wirtschaftlichen Notlage eines solchen Dränglers erweichen.

Er gab dem Unbekannten nach Austausch der Visitenkarten insgesamt 350 Euro. "Bei einem Rückruf habe der angebliche Autohändler aus Berlin noch versichert, dass er das Geld nach der Rückkehr wieder zurückzahlen werde." Den Schwaben stimmte das Böblinger-Kennzeichen nachdenklich, so dass er bei der Polizei wegen Betrugs Anzeige erstattete.

Die Opfer beschreiben die Täter zumeist als osteuropäisch, türkisch oder arabisch-stämmig, gut gekleidet mit schwarzen Hosen, weißem Hemd und Krawatte. Als Gegenleistung für die Hilfe bieten sie angeblichen Gold- oder Silberschmuck wie Ringe, Ketten oder Uhren an. Tatsächlich handelt es sich dabei um sogenannte Blenderware, die als "Schnäppchen" auch in manchen Städten zusammen mit Diebesgut angeboten wird.

Beamte der Polizeiinspektion Fahndung (PIF) haben solche Stücke bei der Schleierfahndung auch bereits sichergestellt werden. Die besonders günstige Gelegenheit kann schnell zum Fiasko werden, wenn es sich um gestohlene, um Schmuggel- oder Blenderware handelt, warnt die Polizei. Die Fahnder möchten die Reisenden sensibilisieren, neben Pannenhilfe nicht noch gutgläubig mit Geld zu helfen, sondern in diesen Fällen die Polizei zu informieren.
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