Projekt "Hagendorfer Straße" nach zwei Jahren fertiggestellt - Erste Ideen vor 25 Jahren
Brunnenweihe zum Glück ohne Wasser

Lokales
Waidhaus
11.05.2015
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Wasser ist bei einer Brunnensegnung obligatorisch. Die Variante als Regen aber weniger erwünscht. Wenn der Himmel seinen Guss aber exakt zum Festbeginn wieder einstellt, dann kann man von Glück reden. Während des gesamten Festverlaufs vermieste nicht ein Tropfen das Ereignis. Ideale Temperaturen trugen das ihre zu einem angenehmen Samstagnachmittag bei.

Mit ihren Amtskollegen, Josef Beimler (Waldthurn), Anton Kappl (Leuchtenberg) und Hermann Ach (Moosbach) freute sich Bürgermeisterin Margit Kirzinger über die gelungene Anlage. Als wichtigste Gäste bezeichnete sie die Anlieger der Hagendorfer Straße. "Zwei Jahre Bauzeit mussten sie über sich ergehen lassen. Zwei Jahre Lärm, Dreck und Staub. Keine Müllabfuhr vor der Haustür und teilweise gar keine oder wenn überhaupt nur schlechte Zufahrten zu den Grundstücken, Matsch, schmutzige Schuhe und, und, und."

All dies hätten die Anwohner mit großer Geduld ertragen. "Es gab kaum Probleme und wenn, dann konnten wir das in Gesprächen lösen." Kirzingers Dank galt auch den Bewohnern der angrenzenden Siedlungen. Auch wenn die Realisierung lange gedauert habe, so müsse man ihr nun Recht geben, dass die Hagendorfer Straße und vor allem die Anlage mit dem Florianbrunnen zu einem Schmuckstück geworden sei.

Bis 1990 und in die Amtszeit von August Reichenberger reichten die Diskussionen und Pläne zurück "Die Umsetzung scheiterte an vielerlei Gründen, meist jedoch am fehlenden Geld." Über fast 25 Jahre später ist der Straßenzug nun fertiggestellt. Für den Bauabschnitt eins mit der Verlegung des Brunnens erwähnte die Rathauschefin als Verantwortlichen ihren Vorgänger, Anton Schwarzmeier. Sie sprach von einem "gewiss nicht einfachen Bau mit schlechter Witterung und vielen Problemen, die den Bau verzögerten." Der zweite Bauabschnitt habe sich einfacher gestaltet. "Es lief alles wie am Schnürchen."

Dem Floriansbrunnen machten auch die Feuerwehren mit Fahnenabordnungen aus Waidhaus, Hagendorf und Reinhardsrieth ihre Aufwartung. Für die beteiligten Architekten, Planer und Dietmar Hammerl vom Ingenieurbüro Bamler gab es ein Extralob der Bürgermeisterin: "Mit ihrer Hilfe und Ausdauer haben wir im Herzen von Waidhaus diese wundervolle Anlage bekommen. Unsere Freude über dieses schöne Werk wird sie gewiss den Ärger vergessen lassen."

Für die Musik sorgte die neue Lokalkapelle "Die 3 Z's" um Nachwuchstalent Philipp Bauriedl. Feuerwehr und TSV sorgten für die Verpflegung der Festgäste. Zur Weihe war neben dem örtlichen katholischen Seelsorger Georg Hartl auch der evangelische Pfarrer Peter Peischl aus Vohenstrauß gekommen. Dessen Ausführungen trugen heitere Züge.

Augenzwinkernd verwies er nicht nur auf die Schwierigkeiten und Auseinandersetzungen im Vorfeld, sondern er gab den Waidhausern auch einen Rat: "Bringt's euren Hunden das Lesen bei, denn ob gewisse Leute die Schilder verstehen wollen, ist manchmal so eine Sache." Zum Heiligen des Brunnens erwähnte er die damit verbundene Doppelmoral: "Oh heiliger Sankt Florian, verschon' mein Haus - zünd' andere an." So gesehen sei der Brunnen nicht nur eine neue Zier, sondern rege auch zum Nachdenken an.

"Es gibt nicht nur Kinder-, Wetter-, Ernte- oder Geldsegen, sondern auch ein Brunnen ist ein Segen", ergänzte Hartl. In welchem Ausmaß dies besonders für den Floriansbrunnen gelte, der im Sprachgebrauch nur "der Röhrenkasten" genannt werde, lehre ein Blick in die Geschichte. "Es möge uns dieser Brunnen dazu bewegen, sorgsam und ehrfürchtig mit dem Element Wasser umzugehen."
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