"Schlacht um Budapest"

Das Sterbebild von Johann Rauch erinnert an die schrecklichen Ereignisse vor 70 Jahren in der ungarischen Hauptstadt Budapest. Repro: fjo
Lokales
Waidhaus
13.02.2015
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Über 160 000 Menschen kostete die "Schlacht um Budapest" 1943/44 das Leben. Darunter waren viele Soldaten aus dem Altlandkreis Vohenstrauß und der Region.

Johann Rauch war gerade 19 Jahre alt geworden, als er als MG-Schütze in einem Grenadierregiment bei Debrecen am 20. Oktober 1944 sein Leben lassen musste. "Dort haben seine Kameraden ihn begraben", erinnert das Sterbebild. Eng zusammen hängt sein Tod mit dem 70. Jahrestag der Kapitulation der Stadt Budapest - vor 70 Jahren.

Rauch-Marterl erinnert

In seine Heimatort feierten die Hinterbliebenen für den verstorbenen Bäckergesellen am 8. Dezember die heilige Messe. Die körperlichen Überreste konnten bis heute nicht geborgen werden. Das Foto aus dem Sterbebild ist in Emaille auf dem Rauch-Marterl angebracht, das kurz vor dem Ortsteil Pfälzerhof steht.

Das Sterbebild aus dem Fundus des Heimatkundlichen Arbeitskreises, den Karl-Heinz Zintl betreut, veranlasste Karl Ochantel aus Vohenstrauß zu Nachforschungen. Nach der Zerschlagung der 6. Armee im Kessel von Jassy in Rumänien verlief der Vormarsch der Roten Armee durch Siebenbürgen und Bulgarien nach Ungarn. Mit großer Wucht rollte im Oktober 1944 der russische Angriff in die ungarische Tiefebene, wo es bei Debrecen zur Panzerschlacht kam, in der Rauch fiel.

Ende Oktober gelang der Roten Armee der Durchbruch in Richtung Donau. Es begann die über 100 Tage dauernde "Schlacht um Budapest", die mit der Kapitulation am 13. Februar 1945 endete. Die deutschen Truppen konzentrierten ihre Verteidigung zwischen dem Plattensee (Balaton) und Budapest.

Dort bei Cegled fiel am 8. November 1944 der Unteroffizier Michael Pöhlmannaus Waldthurn. Bei Ertschin im Süden der Hauptstadt starb am 11. November 1944Johann Rewitzeraus Pleystein im Alter von 26 Jahren. Weitere Sterbebilder im Fundus erinnern an den GebirgsjägerGeorg Landgrafaus Etzgersrieth, "Bauerssohn und Hoferbe, er folgte seinemBruder Franz ins Heldengrab nach" und an den Obergefreiten Josef Wiedlaus Moosbach.

Die Bildtafel in St. Michael in Tännesberg gedenkt an Johann ZitzmannundGeorg Forster, beide "gefallen in Ungarn." Die deutsche Heeresgruppe Süd hatte bei den Abwehrkämpfen hohe Verluste. Im Dezember fielen der Grenadier Josef Rothmeieraus Pleysteinund der Gefreite Johann Jandaaus Georgenberg.

Splitter einer Fliegerbombe

Am 21. Dezember starb der Baderssohn Simon Hochaus Vohenstrauß. Laut der Todesanzeige in der Tageszeitung vom 22. Februar 1945 sei der Fahnenjunker "im Südosten den Heldentod für Führer und Großdeutschland" gefallen. Den Oberschützen Michael Premaus Waidhausverletzten Splitter einer Fliegerbombe am Kopf. Im Alter von 33 Jahren starb er an Weihnachten in einem Lazarett in Nordungarn. An 24. Dezember 1944 wurde die zur Festung erklärte Stadt Budapest mit etwa 800 000 Einwohnern und 70 000 Soldaten eingeschlossen.

Als vermisst galten seit dieser Zeit Hermann Stanek und Franz Baueraus Roßhaupt. Am 1. Januar 1945 fiel einen Kilometer westlich von Pusztavan der GefreiteLudwig Gäblaus Eslarn. Sein Name steht im Gedenkbuch der Gräberstätte von Stuhlweißenburg (Szekesfehervar). Im Januar 1945 starben vor Budapest der UnteroffizierJosef Roithaus Vohenstrauß, der GrenadierBaptist Eckert aus Waldthurn, Hans Anzer aus Oberlind und der PanzergrenadierKarl Müllhoferaus Albersrieth.

Am 11. Februar wagten 17 000 Eingeschlossene einen Ausbruchsversuch aus dem Kessel von Budapest. Aber nur etwa 300 Soldaten erreichten die Stellungen der Wehrmacht. Am 13. Februar kapitulierten die letzten deutschen Einheiten. Allein im Kampf um die Stadt dürften über 160 000 Tote zu beklagen gewesen sein. "Budapest ist ein Trümmerhaufen", schrieb die Wiener Zeitung.
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