Schleusungen: Zeugen gesucht

Lokales
Waidhaus
07.08.2015
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81 Pakistani und Syrer, darunter 15 bis 20 Kinder, standen im Laderaum eines Lastwagens, den die tschechische Polizei am letzten Freitag stoppte. Dicht an dicht. Sitzen war unmöglich. Die Ladefläche des 7,5-Tonners misst 6 mal 2,40 Meter.

Waidhaus. (ca) Der Laster wurde auf der Autobahn nahe der tschechischen 4000-Einwohner-Stadt Bor gestoppt, etwa 25 Kilometer vor der Grenze. 20 Minuten noch - und er hätte Waidhaus erreicht. Dort hatte die Bundespolizei den blauen Lastwagen schon länger im Visier. Die Fahrer - zwei Ungarn, einer dick und einer dünn - sollen verantwortlich sein für drei Großschleusungen. An den drei Wochenenden davor - ab 10. Juli - waren je 60, 63 und 63 Menschen irgendwo im Altlandkreis Vohenstrauß "ausgesetzt" worden. Mehrere Zeugenaussagen hatten auf die Spur des "M & M"-Lkw mit ungarischer Zulassung geführt.

In Tschechien in Haft

Die Ungarn sitzen jetzt in einem tschechischen Gefängnis. Die Staatsanwaltschaft Weiden rechnet mit der Überstellung, das kann allerdings noch Wochen dauern. Indessen laufen die Ermittlungen der Bundespolizei weiter. Aktuell werden Zeugen gesucht, denen dieser Lastwagen und die beiden Fahrer in den letzten Wochen aufgefallen sind.

Nach Auskunft von Bundespolizeisprecher Franz Völkl sollen drei Fahrten mit insgesamt rund 180 Menschen auf das Konto der beiden Männer gehen, die allesamt im Altlandkreis Vohenstrauß endeten. Zeugen werden gesucht für:

Die Fahrt am Freitag, 10. Juli, wo 63 Flüchtlinge gegen 10 Uhr in Vohenstrauß abgesetzt wurden. Die Schleusung am Freitag, 17. Juli, über Waidhaus. Die 60 Geschleusten wurden gegen 8.15 Uhr bei Bäckeröd ins Freie komplimentiert.

Am Samstag, 25. Juli, endete die Lkw-Tour schließlich bei Ödkührieth in der Nähe der Silbergrube, wo die Bundespolizei rund 60 Flüchtlinge auflas.

Die Ermittler suchen nach Zeugen, die den ungarischen 7,5-Tonnen-Lkw Iveco (blaue Plane) mit der Aufschrift "Millitzer & Münch" oder auch den Fahrer bzw. den Beifahrer an diesen Tagen vor und nach den Aufgriffen der Bundespolizei gesehen haben. Hinweise an die Bundespolizeiinspektion Waidhaus, Tel. 09652/82060.
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